Der Umzug der Realschule(n) ist fast geschafft

Tische, Stühle und Materialien für mehrere hundert Schüler der Lise-Meitner-Gesamtschule wechselten den Standort. Foto: Tanja Pickartz / WAZ FotoPool
Tische, Stühle und Materialien für mehrere hundert Schüler der Lise-Meitner-Gesamtschule wechselten den Standort. Foto: Tanja Pickartz / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Alltägliche Kleinigkeiten müssen sich an der Meitner-Gesamtschule noch einpendeln. Ab Montag ist wieder Unterricht. Profis halfen beim Umzug.

Rheinhausen. Gespenstische Leere auf den Fluren der Rheinhauser Lise-Meitner-Gesamtschule mit ihren (bis zum gestrigen Freitag noch) drei Standorten: Wo sonst knapp 2000 Schüler für Leben sorgen, huschte nur ab und an ein Umzugshelfer mit schwerem Gepäck vorbei. Für die Schüler waren der Donnerstag und der Freitag frei. Beziehungsweise „Studientage“, denn um im Lehrplan zu bleiben, gab’s Extra-Hausaufgaben für alle, wie Schul-Sprecher Christian Goike sich zu berichtigen beeilt.

Definitiv keinen freien Tag hatte das Kollegium. Denn sowohl für die Klassen Fünf und Sechs als auch für die komplette Oberstufe war Umzug angesagt. „Aber Umzüge“, meint Unterstufen-Bereichsleiterin Martina Seifert, „sind wir ja gewohnt.“ Schon einmal waren die Kleinen extern untergebracht, in einem Nebentrakt der Willy-Brandt-Berufsschule an der Krefelder Straße. Von da zogen sie zurück zum Haupt-Campus an der Lessingstraße, und die Oberstufe zog aus. Die kommt nun zurück zum Stammsitz der Schule, den sie sich zukünftig mit den Acht- bis Zehntklässlern (und dieses Jahr noch mit den Siebtklässlern) teilt.

Umzüge gewohnt

Die jüngsten Meitner-Schüler drücken ab Montag die Schulbänke in den nicht weit entfernten alten Räumen der Willi-Fährmann-Realschule an der Ulmenstraße. Wenn nächstes Schuljahr neue Fünftklässler nachrücken, ist die komplette Unterstufe an diesem eigenen Standort untergebracht, wovon sich Bereichsleiterin Martina Seifert einen sanfteren Übergang von der Grundschule in einem kindgerechteren, geschützteren Rahmen verspricht. Den diesjährigen Siebtklässlern, erklärt der didaktische Leiter Heinz Müller-Lemke, wollte man nicht zumuten, erst mitten im Schuljahr zur Ulmen- und im Frühherbst 2012 wieder zurück zur Lessingstraße zu ziehen. „Und dieses Jahr geben die räumlichen Kapazitäten an der Lessingstraße das auch noch gerade eben her.“

Das wird nicht lange so bleiben, denn die beliebte Gesamtschule läuft seit geraumer Zeit in der Sekundarstufe I fünfzügig, um möglichst viele Bewerber an der Wunsch-Schule unterzubringen. Zur Zeit auch in der Oberstufe. „Aber das ist eine Ausnahme“, betont Müller-Lemke. „Auf Dauer haben wir für so viele Schüler auch nach den Umzügen nicht genug Platz.“

Genug Platz haben die Fünft- bis Siebtklässler in Zukunft auf jeden Fall. Immerhin war an der Ulmenstraße einmal eine komplette Schule untergebracht, die Willi-Fährmann-Realschule. Ende der 90-er gegründet, als die Schulform Realschule in Rheinhausen boomte und am Körnerplatz nicht alle Bewerber unter kamen. Diese Zeiten sind vorbei. Wegen sinkender Schülerzahlen wurden die zwei Rheinhauser Realschulen de facto zusammengelegt. Offiziell wurde allerdings die namenlose Schule am Körnerplatz, deren Leiterstelle mit der Pensionierung von Willy Brall ohnehin vakant war, aufgelöst, und die Fährmann-Realschule unter Leitung von Ulrich Heuck zog in deren Gebäude. So musste, im Gegensatz zu einer Neugründung, keine Leiterstelle ausgeschrieben werden.

Das war zum Schuljahreswechsel in diesem Sommer. Und seitdem werkelten an der Ulmenstraße Handwerker, hauptsächlich solche auf öffentlich geförderten Stellen von der städtischen GfW und der kirchlichen Diakonie, um den Bau nach gut zehn Jahren Realschulbetrieb wieder auf zu hübschen. Die Turnhalle war ohnehin erst 2009 im Rahmen des „Konjunkturpaket II“ neu gebaut worden.

Schulgebäude aufgehübscht

Bislang noch eine Notlösung ist die - an einer Ganztagsschule notwendige - Mittagsverpflegung: Der Hauswirtschaftsraum wurde zur Not-Mensa, die Aula zum Speisesaal umgewidmet. Bis nächstes Jahr soll im alten Kiosk-Bereich des Klassentraktes eine „richtige“ Mensa mit zwei zusammengelegten Klassenräumen als Speisesaal entstehen.

Das ist aber noch Zukunftsmusik. Fürs Erste ist wichtig, dass der Umzugs-Stab um den stellvertretenden Schulleiter Klaus Stephan Vollzug melden und am Montag der Unterricht wieder losgehen kann. Für 450 Oberstufen- und 300 Orientierungsstufen-Schüler an neuer Adresse. „Dann“, so Müller-Lemke, „werden wir noch etwas Zeit brauchen, bis sich die alltäglichen Kleinigkeiten eingependelt haben. Aber den größten, wichtigsten Teil haben wir geschafft.“

 
 

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