Der Marktplatz soll schöner werden

Das Echo ist vergleichsweise eindeutig: Der Rheinhauser Marktplatz ist eine trostlose, zugeparkte Betonwüste, die dringend eine Aufhübschung nötig hat. Auch wenn die Idee Rudi Liskens, dafür die Löwenstatue vom hiesigen Bezirksamt zu nehmen (wir berichteten), bei unseren Lesern nicht allzugut ankommt.

So schreibt Leo Bücken, der Löwe müsse zwingend saniert werden, dann aber am Bezirksamt bleiben. Motto: Je höher er aufgestellt ist, umso besser, da er dann nicht demoliert oder besprüht würde. „Lasst das Wappentier dort, wo es ist und auch hingehört und Euch für den Parkplatz, auf dem auch der Markt stattfindet, etwas anderes einfallen. Denn mehr ist der Platz nicht und wird es auch nie werden – ein großer Parkplatz!“

Der Marktplatz müsse selbstverständlich aufgewertet werden, schreibt auch Hans Mismahl. Der Löwe solle aber dort bleiben, wo er aktuell steht, für den Marktplatz wünscht er sich einen städtebaulichen Akzent mit Bäumen, einem Brunnen oder Gastronomie. „Eine Exkursion in die Nachbarstadt Düsseldorf könnte sich lohnen, etwa zum Karlsplatz in der Altstadt.“

Christian Scholz kritisiert die Löwenidee Liskens, schreibt, dass sich Markthändler Lisken doch vor Jahren für das Marktforum und damit für das Opfern der einzigen Grünfläche im Umfeld eingesetzt habe. Gewiss brauche der Marktplatz eine Aufwertung, dazu wäre es gut, wenn die verkehrsberuhigte Zone ringsum eingehalten würde. „Und für Raser, die auf dem Platz deutlich sichtbare Schleuderspuren hinterlassen, muss der Platz auch nicht herhalten.“

„Die Bevölkerung will parken“

Ronald Dietrich sagt, dass die Bevölkerung „parken will und sonst nichts. Und dass möglichst nah an der Kasse. Da hat Gestaltung keine Chance. Zumindest in Rheinhausen, auf anderen deutschen Plätzen sieht es oft anders aus.“ Der Leser ärgert sich zudem darüber, dass Rudi Lisken Vorschläge mache, die er vor Jahren noch bekämpft habe. So sei ein Brunnen auf dem Platz ebenso nicht realisiert worden wie das Aufstellen der ehemaligen Krupp-Reparaturwerkstatt. Letztlich habe die Rheinhauser Bevölkerung soviel Druck erzeugt, dass statt der zunächst geplanten 70 Parkplätze der gesamte Marktplatz wieder beparkt werden durfte.

Christa David hält die Idee des Löwenumzugs vom Rathaus auf den Marktplatz für sehr gut. „Er symbolisiert das Erbe als Kulturgut früherer Generationen.“

Auch im Internet gab es auf www.derwesten.de/rheinhausen Reaktionen auf die Idee des Markthändlers. So schreibt ein User mit dem Namen „Politbeobachter“: „Noch vor wenigen Jahren hat sich Markthändler Lisken mit Händen und Füßen gegen alle Ideen, auf der schnöden Asphaltfläche mehr Aufenthaltsqualität zu schaffen, heftigst gewehrt. Plötzlich sind mehr Bänke und Grün für ihn kein Problem mehr. Besser die späte Einsicht als gar keine Einsicht, dass diese Betonwüste außerhalb der Marktzeiten nur Verkehrsidioten mit ihren tiefergelegten Blechbüchsen anlockt. Der Löwe indes dürfte auf dem Rathaus besser aufgehoben sein, da ist er wenigstens vor Sprayern sicher.“

 
 

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