Der Kirchturm als Lebensraum

Viele Vogelarten siedeln sich gerne in der Nähe des Menschen an. Dohlen, Fledermäuse oder Turmfalken nutzen gerne Kirchtürme und andere hohe Gebäude in Städten und Dörfern als Ersatz für natürliche Bruthöhlen in Felsen oder Bäumen. Viele der Arten leiden laut des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) jedoch darunter, dass Brutmöglichkeiten in den Siedlungen zunehmend verloren gehen. Bei Kirchturmsanierungen werden zum Beispiel Einfluglöcher oder Brutnischen verschlossen oder Gitter zur Abwehr von Tauben angebracht. Auch kleine Arten wie Sperling, Mauersegler oder Hausrotschwanz stehen dann vor verschlossener Tür.

Umso wichtiger ist es, Kirchtürme wieder als Lebensraum zu öffnen, etwa indem dort Nistkästen angebracht werden. Der NABU setzt sich mit der Aktion „Lebensraum Kirchturm“ für die Sicherung von Nistplätzen bedrohter Arten ein.

Kirchen, die sich besonders für den Artenschutz einsetzen, werden vom NABU mit einer Urkunde ausgezeichnet und erhalten eine Plakette, die sie an ihrer Kirche anbringen können. Fünf Jahre nach Beginn der Aktion sind schon mehr als 600 Kirchen in Deutschland für ihren Einsatz für den Artenschutz vom NABU mit der Plakette „Lebensraum Kirchturm“ ausgezeichnet worden.

Mit der Evangelischen Kirche in Rumeln wurde nun erstmalig auch in Duisburg eine Kirche im Rahmen dieses Projekts ausgezeichnet. Jürgen Hinke, der Vorsitzende des NABU Duisburg, überreichte Pfarrer Andreas Stötzel stellvertretend für die Evangelische Kirchengemeinde Rumeln-Kaldenhausen Urkunde und Plakette für ihren aktiven Einsatz für die Natur.

Vogel des Jahres 2012 ist schon da

Die Dohle, Vogel des Jahres 2012 brütet bereits im Rumelner Kirchturm. An der Kirche wurden außerdem schon Fledermauskästen angebracht und weitere Kästen, etwa für Mauersegler sollen im Laufe des Jahres folgen.

 
 

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