Debatte um ein City-Hotel im Zentrum von Duisburg-Rheinhausen

In Duisburg-Rheinhausen ist eine Debatte darum enstanden, ob die Innenstadt ein City-Hotel für gehobene Ansprüche braucht.
In Duisburg-Rheinhausen ist eine Debatte darum enstanden, ob die Innenstadt ein City-Hotel für gehobene Ansprüche braucht.
Foto: NRZ

Duisburg-Rheinhausen.. Das Stadtteil-Zentrum braucht eine Herberge mit Niveau, sagt Lisken. Die Nachfrage schafft das Angebot, sagt die Dehoga.

Braucht das Rheinhauser Zentrum ein City-Hotel für gehobene Ansprüche? „Unbedingt“, sagt zumindest Rudi Lisken, „da führt kein Weg dran vorbei“. Der umtriebige Sprecher der Selbständigen in der SPD sowie der Rheinhauser Kaufleute hat die Diskussion in Gang gebracht.

„Wir haben hier in der Stadtmitte kein vernünftiges Hotel, das das Erscheinungsbild unserer Stadt wiedergibt und das gehobenen Ansprüchen genügt“, ist Lisken überzeugt. Niedrigpreisige Unterkünfte seien häufig von Lkw-Fahrern nachgefragt, die besseren Adressen liegen außerhalb der Rheinhauser Mitte. „Wir verschenken dadurch Potenzial. Gäste gehen in anderen Städten ins Hotel, wir müssen sie nach Moers oder auf die andere Rheinseite schicken“, sagte Lisken gestern der Redaktion.

Hallenbad-Areal im Blick

Rheinhausen unterliege derzeit einer ständigen Veränderung, um ein entsprechendes Klientel für ein City-Hotel hat Lisken keine Bedenken.

Selbst mögliche Standorte hat er schon im Blick. Ideal sei das Grundstück an der Schwarzenberger Straße, auf dem derzeit noch das geschlossene Hallenbad steht, das demnächst abgerissen werden soll. Alternativ sei auch die Freifläche an der Ecke Rhein- und Friedrich-Alfred-Straße denkbar. „Ich werde mich um einen Investor bemühen“, sagt Lisken.

Zum Bedarf und den Chancen einer entsprechenden Herberge im Rheinhauser Zentrum sollte am Besten der Hotel- und Gaststättenverband Auskunft geben. Dehoga-Geschäftsführer Thomas Kolaric will für einzelne Stadtteile aber erst gar keine Unterschiede machen. „Ob links- oder rechtsrheinisch, wenn ein Investor an einem Standort einen Markt für ein entsprechendes Hotel sähe, dann gäbe es vermutlich dort schon eines.“ Ausschlaggebend sei in erster Linie der Anspruch des Gastes. Er wolle nah am Ziel und nah am Geschehen sein. „Das ist der Maßstab“, sagt Kolaric. Das Angebot regele schlicht und einfach die Nachfrage. „Und wenn es ein solches Hotel nicht gibt, dann wird vermutlich keine entsprechende Nachfragesituation vorhanden sein“.

80 bis 85 Prozent der Buchungen gehen von Geschäftsreisenden aus

Generell lebe die Hotellandschaft in Duisburg in erster Linie von Geschäftsreisenden, sie machen rund 80 bis 85 Prozent der Buchungen aus.

Nach den Angaben des Landesamtes für Statistik gibt es in der Stadt 52 Hotelbetriebe mit insgesamt 3040 Betten. Im vergangenen Jahr zählten diese Betriebe 202 000 Gäste und knapp 409 000 Übernachtungen. Das ist in beiden Fällen ein Zuwachs von rund 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

„Rheinhausen muss dabei sein, wenn hier in Duisburg der Kuchen verteilt wird“, sagt Rudi Lisken, der sich auch nach dem Rückzug aus der örtlichen Politik immer wieder in die Stadtentwicklung einmischt. „Für die Entwicklung unseres Stadtteils sind wünschenswerte Objekte von Wichtigkeit“. Und deshalb will er auch künftig nicht locker lassen.

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