Blaues Auge für den Westen

Die Friemersheimer haben weiter gut Springen: Das Kruppsee-Freibad ist fürs Erste gerettet. In Homberg sieht es schlechter aus. Foto: Christoph Wojtyczka
Die Friemersheimer haben weiter gut Springen: Das Kruppsee-Freibad ist fürs Erste gerettet. In Homberg sieht es schlechter aus. Foto: Christoph Wojtyczka
Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPo
Die Rheinhausen-Halle und das Kruppsee-Bad sind gerettet. Aber Homberg verliert sein Freibad - das Hallenbad bleibt erhalten.

Duisburg-West.  Wäre es nach dem Sparplan der Stadtverwaltung gegangen, es wäre für die Infrastruktur in Duisburgs linksrheinischen Stadtteilen knüppeldick gekommen. Rheinhausen-Halle, Kruppsee-Freibad Friemersheim und Kombibad Homberg wären Geschichte. Offenbar hatten die Rheinhauser Interessenvertreter in den Ratsfraktionen der Mehrheitsparteien die größere Lobby. Denn wenn Montag am Burgplatz eine von SPD, Grünen und Linken vorgelegte Neufassung der „Tränenliste“ zur Abstimmung steht, sind die zwei großen Grausamkeiten im Krupp-Stadtteil mehr oder weniger vom Tisch. In Homberg allerdings ist laut der Rot-Rot-Grünen Ratsmehrheit nur das Hallenbad zu retten, um zumindest die Pflichtaufgabe Schulsport weiter durchführen zu können (wir berichteten). Allerdings soll es nicht mehr von der Stadt, sondern von einem Verein betrieben werden.

Zur Rettung des Kruppsee-Freibades war ein schmerzliches Zugeständnis des Trägervereins nötig. Der SVR, der das ehemals städtische Bad seit 1987 mit einem Zuschuss der Stadt betreibt, hat ich bereit erklärt, auf 25 000 der bislang 87 000 Euro pro Jahr zu verzichten. Im Gegenzug erhält er die seit Jahren verlangten langfristigen Pachtverträge. Der Vorsitzende Lothar Haferkamp: „Das ermöglicht uns etwa, mit der Stadtwerke-Tochter ThermoPlus entsprechend langfristige Lieferverträge abzuschließen, durch die wir Gas deutlich günstiger beziehen.“ Auch um Kredite für eine moderne, Energie sparende Heizanlage kann der Verein sich jetzt bemühen. „Damit“, so Haferkamp, „sind wir natürlich noch nicht aus dem Schneider. Es kann sein, dass wir die Mitgliedsbeiträge erhöhen müssen. Außerdem werden wir Friemersheimer Geschäftsleute auf Sponsoring ansprechen.“

Kein öffentliches Bad mehr in Homberg

Auch in Homberg favorisiert die Stadt die Übergabe, zumindest des überdachten Beckens im Noch-Kombibad, an einen Verein. Über den Stadtsportbund hat sich bereits der „Duisburger Schwimm- und Sportverein 09/20 e.V.“ (DSSC) ins Gespräch gebracht, der in Ost-Duisburg die ehemals städtischen Bäder Obermeiderich, Wanheim und Großenbaum betreibt. Allerdings stellt dessen Geschäftsführerin Andrea Bischoff klar, dass das Interesse nur dem Hallenbad gilt. Und: „Wir betreiben keine öffentlichen Bäder und werden das auch in Zukunft nicht tun.“ Die dafür nötige Aufsicht könne man als Verein nicht leisten. Stattdessen gäbe es dann auch in Homberg freie Schwimmzeiten für die Mitglieder. Die zahlen pro Jahr zwischen 78 (Kinder, Jugendliche, volljährige Schüler und Studenten) und 90 Euro, zuzüglich sechs Euro Abgabenpauschale und einer einmaligen Anmeldegebühr von 30 Euro. Für Familien gibt es eine günstigere Sammelmitgliedschaft. Auch das Schul- und Vereinsschwimmen würde unter der Regie des DSSC weiter stattfinden. Mit dem spontanen Ausflug ins Schwimmbad bei schönem Wetter wäre es dann in Homberg aber vorbei. Und mit legalem Badespaß unter freiem Himmel ohnehin.

Kritiker befürchten bereits, dass dann das (offiziell verbotene) Schwimmen im Uettelsheimer und Lohheide-See zunehmen wird – Unfälle inklusive.

 
 

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