Bezirksamt sagt Konzerte im Duisburger Volkspark ab

Die Auftritte in der  Konzertmuschel waren stets gut besucht. Jetzt sollen sie erstmals ausfallen.
Die Auftritte in der Konzertmuschel waren stets gut besucht. Jetzt sollen sie erstmals ausfallen.
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Aufgrund von Personalmangel hat das Rheinhauser Bezirksamt die Volksparkkonzerte abgesagt. Sehr zum Ärger der Musikvereinigung Duisburg-West.

Duisburg.. Seit 40 Jahren ist Thomas Sefzig Mitglied bei der Musikvereinigung Duisburg-West, seit 30 Jahren steht er als musikalischer Leiter in der Verantwortung. Zwei der wichtigsten Termine des Jahres sind quasi in Stein gemeißelt: Das musikalische Freundschaftstreffen und die Volksparkkonzerte. Bei dieser Reihe spielt die Musikvereinigung traditionell zur Eröffnung. Ausgefallen seien diese Konzerte in den vergangenen Jahrzehnten nie. Jetzt steht den Musikern offenbar eine ungewollte Premiere bevor.

„Als wir unseren üblichen Besuch im Bezirksamt machten, um die diesjährigen Termine mitzuteilen, sagte man uns, dass sowohl das Freundschaftstreffen als auch die Volksparkkonzerten in diesem Jahr ausfallen werden“, so Sefzig. Die Begründung erschien dem Vorstand auf den ersten Blick mehr als abenteuerlich: Es sei unter anderem kein Geld vorhanden, um den Mann zu bezahlen, der an Konzerttagen die Stühle aufstellt und wieder abbaut. „So hoch können diese Beträge nicht sein, für unser musikalisches Freundschaftstreffen würden wir die gesamte Organisation auch selbst übernehmen“, sagt Thomas Sefzig.

Kultur-Stelle ist schon seit einem Jahr vakant

Der Grund für den Ausfall, so erklärte es Bezirksamts-Leiter Carsten Alberts auf Anfrage dieser Zeitung, sei nicht die Finanzierung der Arbeiten vor, während und nach den Auftritten in der Konzertmuschel. Dieses Geld sei bisher immer über Sponsoren zusammengekommen. Das Problem liege bei der Verwaltung selbst.

„Das Bezirksamt Rheinhausen hat die Veranstaltungen im Volkspark stets mit eigenem Personal begleitet, unter anderem die Gruppen gebucht und auch Gelder eingeworben“, sagt Alberts. Nun sei die Kultur-Stelle im Bezirksamt seit einem Jahr vakant, bisher nicht nachbesetzt worden. „Wir haben die Organisation im vergangenen Jahr noch mit Kräften anderer Abteilungen stemmen können. Doch fällt die Vertreterin krankheitsbedingt lange aus“, so der Amtsleiter.

Thomas Sefzig kann diese Argumentation zwar verstehen, beklagt sich aber dennoch massiv über die Stadt: „Früher haben wir für unsere Auftritte sogar noch Geld bekommen, inzwischen spielen wir unentgeltlich, dann ist nicht einmal mehr die Konzertmuschel gestrichen worden, was wir jahrelang selbst gemacht haben. Und jetzt soll alles ausfallen. Es ist kaum zu glauben.“

„Sind es den Vereinen schuldig“

Laut Carsten Alberts sind es Bezirk und Stadt den Vereinen nach all den beschriebenen Kürzungen schuldig, die Veranstaltungen zumindest administrativ zu begleiten. „Das können wir derzeit aber aufgrund von Erkrankungen und der vakanten Stelle leider nicht leisten.“

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