Beikircher begeistert mit Liedern und Anekdoten vom Rhein

Musikalisch ein Meister der leisen Töne, textlich einer der feinen Pointen: Der Kabarettist Konrad Beikircher.
Musikalisch ein Meister der leisen Töne, textlich einer der feinen Pointen: Der Kabarettist Konrad Beikircher.
Foto: WAZ FotoPool
Friemersheimer Kultursommer: Bonner Kabarettist nimmt sein Publikum mit auf eine Reise entlang der Ufer von Deutschlands größtem Strom, erzählt wundersame, humorvolle, auch geistreiche Geschichten und entstaubt berühmte Volkslieder und alte Schlager über den Fluss.

Duisburg-Rheinhausen.  Mit Düsseldorf hat der Bonner Kabarettist und Musiker Konrad Beikircher - anders als mit Köln - so seine Probleme. Gleich zu Beginn seines Rheinland-Programms „...und singt ein Lied dabei“, das der gebürtige Südtiroler bei seinem umjubelten Auftritt beim „Friemersheimer Kultursommer“ zum Besten gab, setzte es schon den ersten Seitenhieb: Als er das Loreley-Lied „Ich weiß nicht , was soll es bedeuten, warum ich so traurig bin“ nach dem berühmtesten Gedicht von Heinrich Heine anstimmte, stichelte er: „Fröhlich wäre ja auch gegangen. Aber nein, et musste traurig sein. Bloß weil der Heine aus Düsseldorf kommt.“ Weitere Nackenschläge gegen Düsseldorf folgten in den nächsten zwei Stunden.

Freundlich, witzig, charmant

Ansonsten präsentierte sich der freundliche Entertainer (68), ein gebildeter Feingeist, ausgesprochen witzig, gut gelaunt, ließ voll Esprit seinen rheinischen Charme spielen. Beikircher nahm seine rund 200 Zuhörer an die Hand und mit auf eine Reise durch das Rheinland, auf und vorbei an Deutschlands größtem Strom. Der Dampfplauderer redete im typisch rheinischen Singsang, erzählte wahre und vor allem erfundene Anekdoten vom Rhein und seinen Anwohnern: Wie der Rhein in der Schweiz entspringt („Da wäre ich auch entsprungen!“), wie der Fluss sich sein Bett selbst suchte („Paderborn hat zwar gewunken, gerufen Komm hierhin! Aber dann hätt er sich doch för Köln entschieden.“), wie sich der Rhein die vielen Burgen an seinen selbst Ufern baute. Und was singen die „rechtsrheinischen“ Japaner in Venedig, die auf dem Kanal vorbei fahren? - Natürlich: „Warum ist es am Rhein so schön?“ Beikircher berichtet auch, wie der Bonner Ludwig van Beethoven ins seiner Wahlheimat Wien sprachlich zu recht, oder besser n i c h t zu recht kam.

Lieder leise singen, nicht gröhlen

Seine Plaudereien über den Rheinländer an sich garniert Beikircher mit Liedern über den Rhein und das Rheinland, die man nicht gröhlen, sondern fein und leise singen sollte. Erst dann würden sie sich als musikalische Perlen entfalten: Karnevalslieder wie „En de Kaygass“ oder Nachkriegsschlager wie „Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien“. Sein begeistertes rheinisches Publikum sang kräftig mit und spendete reichlich Applaus.

Konrad Beikircher spielte Geige und Gitarre. Dabei begleitete ihn seine Band musikalisch dezent und stimmig: Matthias Raue (Geige, Gitarre, Mandoline , Gesang), Martin Wagner (Akkordeon) und Hanns Höhn (Kontrabass).

Den Friemersheimer Kultursommer unterstützten die Sparkasse Duisburg, der Spar- und Bauverein Friemersheim, die Brauerei König Pilsener und der Musikladen Rheinhausen. Martin Krampitz

 
 

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