Ahnenforschung und Selbsthilfegruppe

Petra Schmidt
Treffen der Ahnenforscher im Lehrerhaus Friemersheim. Die Vorsitzende Brigitte Baß und Referent Kurt Willutzki stöbern in alten Aufzeichnungen.
Treffen der Ahnenforscher im Lehrerhaus Friemersheim. Die Vorsitzende Brigitte Baß und Referent Kurt Willutzki stöbern in alten Aufzeichnungen.
Foto: FunkeFotoServices
Ursprung des ausgefallenen Nachnamens der Großmutter interessierte Brigitte Baß von jeher. Mittlerweile leitet sie die Ahnenforscher und eine Frauenselbsthilfegruppe

Duisburg-Friemersheim.  Agil, offen, positiv gestimmt. Das ist der erste Eindruck, den Brigitte Baß ihrem gegenüber vermittelt. Nun dieser Eindruck schmälert sich auch später nicht. Die 64-Jährige ist im Laufe der Jahre immer aktiver geworden. Den Friemersheimern ist sie bestens bekannt. Schließlich kümmert sie sich um eine Herzenangelegenheit: die Ahnenforschung. Brigitte Baß ist mittlerweile Rentnerin, und wie so häufig haben diese Herrschaften dann meistens weniger Zeit als zu ihrer aktiven Berufszeit. Brigitte Baß befasst sich seit 2012 mit der Ahnenforschung, damals arbeitete sie noch als Chefsekretärin. Aber die Ahnenforschung hat sie schon als Kind interessiert. Und das aus gutem Grund. Ihre Großmutter mütterlicherseits war eine „vom Eyser“. Und Brigitte Baß wollte schon immer Näheres über den Ursprung dieses ausgefallenen Namens wissen.

Also schloss sie sich den Ahnenforscher, eine Gruppe des Freundeskreises Lebendige Grafschaft Friemersheim an - und fand Erstaunliches heraus. Sie stellte letztlich fest, dass der Ur-Ur-Ur-Großvater Peter vom Eyser 1748 von Viersen nach Friemersheim gekommen ist. Sie fand heraus, dass Peter vom Eyser der Sohn eines evangelischen Lehrers im katholischen Viersen war. Mit nur 18 Jahren kam der Verwandte ins evangelische Friemersheim und arbeitete hier nach einer erfolgreich bestandenen Prüfung in Düsseldorf als Lehrer. Hier lernte er auch seine spätere Ehefrau Anna Loos kennen. Auch sein Bruder war Lehrer, allerdings in Rumeln.

Mittlerweile ist Brigitte Baß die Ahnenforschung so richtig ans Herz gewachsen. Seit 1. Januar 2015 leitet sie die rund 20 Leute umfassende Gruppe, die sich jeden ersten Donnerstag im Monat, das nächste Mal also am 7. April, im Lehrerhaus Friemersheim trifft.

Wandergruppe und Singkreis

Damit nicht genug. Die 64-Jährige erlitt einen gesundheitlichen Schicksalschlag, erkrankte an Lungenkrebs, der mittlerweile besiegt ist. Baß schloss sich jedoch der Frauenselbsthilfe nach Krebs in Duisburg an. Und wie es mitunter so geht, brauchte die Gruppe eine neue Leiterin und der Blick fiel zielgerichtet auf die Friemersheimerin. Ende August 2015 übernahm sie die Leitung der Gruppe in Duisburg-Mitte, in der circa 40 Frauen aktiv sind, die auch aus den Orteilen Homberg und Rheinhausen kommen. Weitere Untergruppen gibt es in Huckingen (Anna-Krankenhaus) und in Hamborn. Die Gruppe Duisburg-Mitte ist eine umtriebige Gruppe, sie hat eine Wandergruppe und einen Singkreis. Eine der Hauptaufgaben von Brigitte Baß ist, dass sie für betroffene Frauen zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichbar ist. Diese Frauen, so erzählte sie, würden das Gespräch suchen. Die meisten von ihnen hätten Brustkrebs. Wie die Friemersheimerin erzählte, könne sie ihnen zwar keine Ratschläge oder Tipps hinsichtlich der Behandlungen geben, da sie einen anderen Krebs hatte. Sie hat aber die Kraft, ihnen in ihrer Not zuhören. „Es ist meine Pflicht und Schuldigkeit, da ich mit einem blauen Auge davongekommen bin“, nennt Brigitte Baß als Grund und Ansporn für ihr Engagement. Die Frauen sind ab 50 Jahre alt, die älteste ist 95 Jahre.

Darüber hinaus wirkt Brigitte Baß in der Evangelischen Kirche mit. Momentan ist sie voll und ganz damit beschäftigt, besondere Feierlichkeiten zu organisieren, etwa die Goldkonfirmation in der Dorfkirche (19 Teilnehmer), die Goldkonfirmation Clarenbach (circa zehn Teilnehmer) und die Goldkonfirmation Kreuzkirche am 1. Mai. Alle drei zusammen können die diamantenen Konfirmanden am 10. April begrüßen. Über 100 Protestanten begehen dann dieses seltene Jubiläum.