Abschied nach 27 Jahren

Theo Sausen steht neben einem Hochleistungsreinigungsgerät mit dem Namen „700 Z“. Der Apparat hat 700 PS.
Theo Sausen steht neben einem Hochleistungsreinigungsgerät mit dem Namen „700 Z“. Der Apparat hat 700 PS.
Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
Gesellschafter Theo Sausen verlässt den Rheinhauser Hochdruckgeräte-Hersteller Woma. Der 75-Jährige spricht über eigene Pläne und die seiner ehemaligen Firma.

Duisburg-Rheinhausen. Eigentlich ist er schon gar nicht mehr da. Am 31. Januar endete der Vertrag von Theo Sausen als Gesellschafter und Geschäftsführer des Hochemmericher Hochdruckanlagen-Herstellers Woma. Am Schreibtisch seines Büros sitzt er aber immer noch gelegentlich. Es gelte noch ein paar Projekte abzuschließen, schließlich wolle er das Unternehmen in bestem Zustand übernehmen.

Theo Sausen, 75, an der Mosel geboren und in St. Augustin zu Hause, spricht mit rheinischem Akzent, „ein bisschen Wehmut ist schon dabei“, sagt er zu seinem Abschied. 1986 hatte er an der Werthauser Straße angefangen, seit 1988 leitete er das Unternehmen als alleiniger geschäftsführender Gesellschafter. Jetzt gibt er seine Anteile an die Kärcher-Gruppe ab. „Sie sind absolute Experten, an einen Finanzinvestor hätte ich die Firma niemals abgegeben.“

Man solle über das Unternehmen schreiben, nicht über ihn, sagt Theo Sausen, der ein bisschen was Privates dann aber doch preis gab. Verheiratet ist er, seine Frau hatte auch Anteile am Unternehmen, Kinder und Enkel gibt es auch, die Spiele des MSV Duisburg verfolge er regelmäßig und auch ein Golfschlägerset würde er besitzen. „Allerdings spielt meine Frau kein Golf, es ist also eher unwahrscheinlich, dass ich, jetzt, wo ich öfter zu Hause bin, meine Frau allein lasse, um Golf zu spielen.“ Reisen, unter anderem nach Mexico will das Paar machen. Privat, nicht wie all die Jahre so oft dienstlich. Beruflich scheint Theo Sausen ohnehin noch nicht am Ende zu sein. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, noch einmal eine Firma zu gründen oder in eine zu investieren, sagt er zumindest nicht Nein.

Wie geht es weiter bei Woma an der Werthauser Straße? Kärcher hält jetzt alle Anteile, Geschäftsführer von „Woma Kärcher Group“ wird Jochen Trautmann. Ihn hatte Theo Sausen 2011 als Stellvertreter nach Duisburg geholt. Trautmann, er wohnt in der Nähe von Frankfurt, wird sich dann wie Theo Sausen womöglich auch einen Wohnsitz in Duisburg zulegen.

Fest steht: Trautmann steht einem mehr als gesunden Unternehmen vor, das stetig gewachsen ist. Demnächst wächst die Kärcher-Gruppe wie berichtet weiter. Das Grundstück, auf dem aktuell noch die Kicker des Turnerbundes Rheinhausen dem Ball hinterherjagen, ist für geschätzte 1,2 Millionen Euro gekauft worden, bis 2015 soll dort das Kärcher-Center entstehen (siehe auch Box links).

Sportplätze verschwinden

Die Zeiten ändern sich an der Werthauser Straße. Nach mehr als einem Vierteljahrhundert schaut nun jemand anders aus dem Bürofenster in Richtung Sportplätze. Bald sieht er dort statt der Kicker das Ergebnis weiteren Woma-Wachstums.

Dass der Turnerbund das Gelände nach Jahrzehnten jetzt verlasse und mit dem ihm durch den Verkauf zur Verfügung stehenden Geld nicht auskomme, um sich auf der geplanten Groß-Anlage an der Gartenstraße anzusiedeln, bedauert Theo Sausen. Er sagt aber auch: „Unsere Schuld ist das nicht, wir haben dem Verein zudem eine große Spende zukommen lassen.“

Die Firma Woma feierte im vergangenen Jahr 50-Jähriges Bestehen. Wolfgang Maasberg hatte sie einst gegründet. Der Name bleibt auch nach der Übernahme durch den Hochdruckreinigungs-Riesen Kärcher bestehen.

300 Mitarbeiter sind für den Hochdruckspezialisten tätig, 220 davon am Standort an der Werthauser Straße. Jahresumsatz: rund 40 Millionen Euro.

„Wo Kärcher aufhört, fangen wir an“, sagt der Ex-Gesellschafter Theo Sausen über Woma. Das heißt: Kärcher hat Geräte, die bis zu 300 Bar Kraft auf Wasser entwickeln, die Woma-Geräte sind allesamt größer.

Die Kärcher-Gruppe – Jahresumsatz: 1,925 Milliarden Euro, plant auf dem 39 000 Quadratmeter umfassenden Gebiet der Sportplätze des TB Rheinhausen ab 2015 ein Center, unter anderem mit Ausstellungsräumen. Und will auch neue Mitarbeiter einstellen. Gefragt sind unter anderem Zerspanungstechniker und Industriemechaniker.

 
 

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