3000 Fans beim Festival Rage against racism in Duisburg-Friemersheim

Das Jugendzentrum Mühle in Friemersheim war beim Festival Rage against racsim wieder sehr gut besucht.
Das Jugendzentrum Mühle in Friemersheim war beim Festival Rage against racsim wieder sehr gut besucht.
Foto: WAZ FotoPool
Für die aktuelle Auflage des Festivals Rage against racism in Friemersheim haben sich mehr als 1000 Heavy Metal-Bands beworben. 14 von ihnen sowie das Musikkorps Hohenbudberg hat das Orga-Team der „Mühle“ letztlich auserwählt.

Duisburg-Friemersheim..  Mehr als 1000 Bands bewerben sich inzwischen bundesweit für das Rage against racism-Festival. „Es ist ein Phänomen, aber die Nachfrage ist unglaublich, hier spielen zu wollen“, sagt Sven Reimann vom Orga-Team. Letztendlich sind 14 glückliche Combos für das zweitägige Open-Air verpflichtet worden. Schon am Freitagabend mischten Bands mit fantasievollen Namen wie Steelwing und Suicidal Angels den tobenden Mob an der Friemersheimer Mühle auf.

Fest gesetzt und zum zweiten Mal dabei ist inzwischen das BSW Musikkorps Hohenbudberg am Samstagmittag. „Wir fühlen uns dann so ein bisschen wie beim Wecken in Wacken“, sagt der musikalische Leiter Andre Hinte. Denn beim größten deutschen Metal-Open-Air tritt auch anfangs eine Feuerwehrkapelle an und bringt die Fans in Stimmung. So auch in Rheinhausen, als das altersmäßig gut gemischte Bläserensemble dem Publikum den Marsch bläst. Genauer gesagt zwei, die dann von den Zuhörern noch ironisch tanzend begleitet werden. Doch als die Combo dann Gas gibt und Hits wie „Let me entertain you“ und „La bamba“ in Blech präsentiert, wippt auch die anwesende Metal-Fraktion mit der Hüfte – zumal der 18-jährige Marcel Brass mit seinem Instrument wie eine Hard-Rock-Ikone auf die Riesenbox steigt und in voller Glamour-Pose seinen Part spielt und Tubaspieler Pascal Jahn ins Publikum rennt.

„Wir sind fast so alt wie das Rage“

Eine Gangart härter wird es dann mit Crikey aus Krefeld. „Wir sind mit elf Jahren fast so alt wie das Rage“, sagt Gitarrist Robert Balner, der die meisten Songs arrangiert. Sie gehen mit zwei Sängern ab wie die Band Scar Symmetry aus Schweden. „Bei uns ist es soundmäßig ein bisschen wie bei „Peter und der Wolf““, sagt Sänger Dustin Roosen, der die Growl-Parts am Mikro übernimmt. Zuckerbrot und Peitsche, die die Fans bei strahlendem Sonnenschein zu spüren bekommen. Aber auch melodische Elemente kommen nicht zu kurz, die liefern Geigerin Andrea Justen und der Gitarrist mit vertrackten Harmonien aus ihrem letzten Album „Future by the loss“.

Ein eigenes Segment haben When Trees leave Wolves aus Aachen geschaffen: Southern Doom-Rock – und auch mit ihrem Outfit: Cowboy-Hüte, Tatoos, Holzfällerhemden und Stirnbänder erinnern sie an eine ehrenwerte Mischung aus The Boss Hoss und Guns n’ Roses. Musikalisch haben die Mannen um Sänger Lion Wolf, die alle Künstlernamen beim Auftritt annehmen, viele schleppende Stoner-Rock-Elemente verarbeitet, aufgepeppt durch folkige Gitarren-Parts von Izzy Grimm. „Wir sind eben schwer durch den Grunge inspiriert“, sagt der Gitarrist. Und wenn Lion Wolf dann lossingt, wird’s teilweise richtig schwermütig, hat er doch ein Herz ergreifendes Timbre wie einst Glenn Danzig. Und bei „P4Paranoia“ mosht dann auch die Menge mit...

Mehr als 3000 Fans kamen zu diesem Event“, sagt Levent Tomicki vom Jugendamt. Auch am Abend, trotz des Deutschland-Spiels bei der Fußball-WM, blieben die Reihen vor der Bühne gut gefüllt, Motorjesus und Mercenary, gaben den Fans noch etwas „auf die Ohren“. Und trotz des dröhnenden Basses blieb’s wie immer friedlich.

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