Werbespot-Dreh auf der Tiger & Turtle-Skulptur in Duisburg

Von Miriam Lenkeit
Das Team der deutschen Produktionsfirma trifft die letzten Vorbereitungen für den anstehenden Dreh zum Werbespot einer finnischen Bank auf dem Tiger & Turtle in Duisburg.
Das Team der deutschen Produktionsfirma trifft die letzten Vorbereitungen für den anstehenden Dreh zum Werbespot einer finnischen Bank auf dem Tiger & Turtle in Duisburg.
Foto: WAZ FotoPool
Die "Tiger & Turtle"-Skulptur auf der Heinrich-Hildebrand-Höhe wurde - als einzige begehbare Achterbahn - zum Drehort für einen exklusiven Werbespot des finnischen Finanzunternehmens „Mandatum“. Als Kulisse für Film- und Fernsehproduktionen wird die kurvenreiche Konstruktion immer beliebter.

Duisburg. Dass sich die Tiger & Turtle-Skulptur auf der Heinrich-Hildebrand-Höhe bei den Duisburgern großer Beliebtheit erfreut, ist nichts Neues. Seit kurzem jedoch rückt das eindrucksvolle Bauwerk zunehmend auch in das Interesse ausländischer Auftraggeber. Kreative aus aller Welt entdecken die Landmarke als außergewöhnliches Fotomotiv oder gar als Kulisse für Film- und Fernsehproduktionen. Erst in dieser Woche begeisterte das Kunstwerk ein finnisches Produktionsteam, das dort einen exklusiven Werbespot für das finnische Finanzunternehmen „Mandatum“ drehte.

„Wir haben auf der ganzen Welt nach spektakulären Achterbahnen gesucht und in Duisburg die einzig begehbare gefunden“, kommentiert Produzent Niko Waaralinna die Wahl der Finnen. Innerhalb des 40-sekündigen Spots diene die Skulptur als Metapher für den unvorhersehbaren Gang des Finanzsystems. Dass die elf Komparsen die „langsamste Achterbahn der Welt“ absolut sicher passieren können, symbolisiere gleichzeitig die Kompetenz, mit der die beworbene Bank ihren Kunden in Krisenzeiten zur Seite stehe.

Taiwanesische Fernsehproduktion geplant.

„Wir haben uns gleich in die Optik von Tiger & Turtle verliebt. Kaum eine Szenerie visualisiert die verschiedenen Stadien eines Menschenlebens und die damit verbundenen Herausforderungen besser als diese Skulptur“, findet auch Regisseur Tuomas Salminen. Da das Wetter während der Dreharbeiten gleichbleibend grau und regnerisch war, werde der Spot in der Nach-Produktion entsprechend aufbereitet.

Auch Kuratorin Söke Dinkla weiß um die Einzigartigkeit der Konstruktion und warum Tiger & Turtle immer attraktiver für national und international agierende Institutionen wird. „Man kann auf der Großskulptur ständig die Perspektive wechseln, und doch handelt es sich nicht um einen gewöhnlichen Turm. Es ist schön, zu beobachten, wie dieses Kunstwerk langsam zu einem globalen Symbol avanciert.“

Akquise betreiben

Die bereits realisierten Projekte reichen von Werbespots für die Deutsche Handwerkskammer und der Pariser Modefirma „Surface to Air“ bis hin zu Fotoaufnahmen für mehrere kulturelle Einrichtungen, wie zum Beispiel die Deutsche Oper am Rhein. Für den Zeitraum Juni sei außerdem eine taiwanesische Fernsehproduktion geplant.

„Bisher haben die Interessenten uns gefunden und nicht umgekehrt. Zukünftig wollen wir aber aktiv Akquise betreiben“, erklärt Dinkla. Die Entscheidung dazu sei ausdrücklich nicht ökonomisch motiviert. Dass neben dem Image der Region auch die Kasse Duisburgs profitiert, ist trotzdem Fakt. „Die Locationmiete variiert je nach Budget des Interessenten und Aufwand des Projekts. Für die finnische Produktion zum Beispiel beläuft sich der Betrag auf etwa 1000 Euro. Wir müssen berücksichtigen, dass die Skulptur einen ganzen Tag lang für Besucher nicht zugänglich war“, so Dinkla.

In erster Linie freue sich die Kunsthistorikerin jedoch über so reges Interesse an einem Duisburger Kunstwerk, schließlich sei das auch eine Botschaft für die Stadt. „Wir brauchen wirksame Bilder, die einen mutigen Blick in die Zukunft wagen. Tiger & Turtle ist so ein Bild.“