Werbepanne: Duisburger Akzente werben mit Zollverein-Symbol

Anne Horstmeier
Das Cover des Akzente-Programms zeigt die Kokerei Zollverein in Essen.
Das Cover des Akzente-Programms zeigt die Kokerei Zollverein in Essen.
Foto: ka
Die Werbung fürs 36. Duisburger Kulturfestival setzt auf Motiv aus Essen. Die Verantwortlichen störte das nicht: Kritik sei kleinlich und provinziell.

Duisburg. Ein Bild der Zeche Zollverein prangt auf dem Programmheft der „Heimat-Akzente“. Das zentrale Werbemotiv fürs traditionsreiche in Duisburg verwurzelte Festival eine Sehenswürdigkeit aus Essen? Ein Fehler, ein Versehen, eine Sparmaßnahme? Mangelnder Lokalpatriotismus oder schlichte Eselei?

Seit Freitag laufen die „Akzente“, schon seit Wochen werben Plakate und gibt es das Programmheft fürs 36. Duisburger Kulturfestival. Da ist es schon seltsam, dass erst jetzt auffällt, dass das Foto im „Facetten-Herzen“ kein Duisburger, sondern ein Essener Motiv zeigt. Und nicht beispielsweise den nicht minder attraktiven Landschaftspark Nord.

Großzügiges Denken über Kirchtumsgrenzen

Kulturdezernent Thomas Krützberg und Festivalbüro-Chef Frank Jebavy können die Aufregung nicht verstehen und verteidigen die Wahl des Motivs als großzügiges Denken über Kirchturmsgrenzen hinaus. „Industriekulisse ist Heimat“, sagt Krützberg. Da komme es nicht darauf an, ob der Landschaftspark Nord oder „Tiger and Turtle“ gezeigt würden, nur weil sie auf Duisburger Stadtgebiet stehen.

Die Zeche Zollverein sei „kein Essener Motiv“ sondern Weltkulturerbe. „Man hätte den Landschaftspark nehmen können, aber wir wollten nicht so provinziell denken“, so Krützberg. Die „Akzente“ seien kein auf Duisburg begrenztes Festival, seien eben nicht der Duisburg-Tag. „Wenn wir uns bei den Akzenten nur auf Duisburg beziehen würden, könnten wir die Hälfte des Programms streichen.“ So habe zur Eröffnung des Theatertreffens „Das kalte Herz“ von Wilhelm Hauff in den Schwarzwald geführt.

Zollverein als Symbol für die "Heimat Ruhrgebiet"

„Ja sind wir denn die einzigen, die hier über den Tellerrand blicken?“, wundert sich Frank Jebavy über „kleinliche“ Kritik. „Ich bin erstaunt, dass überhaupt darüber diskutiert wird.“ Zeche Zollverein stehe für das Lebensgefühl der Region und für die „Heimat Ruhrgebiet“.

Bei der Präsentation der Vorschläge für die Akzente-Werbung zum Thema Heimat durch die eingeladenen Agenturen habe der Entwurf der Essener „Freiwild Kommunikation“ schnell überzeugt. „Selbstverständlich habe ich sofort gesehen, dass das Zollverein ist“, sagt Jebavy. Lediglich der scheidende DMG-Geschäftsführer Uwe Gerste habe Einwände gehabt und darauf hingewiesen, dass das Foto kein Duisburger Motiv zeige. „Doch wir fanden dieses Bild – das Facetten-Herz mit der Spiegelung – stimmig“, sagt Jebavy. „Wir haben nur zwei Minuten darüber diskutiert.“

Kein rein lokales Ereignis

Die „Akzente“ hätten bei aller Bindung an Duisburg, für die in diesem Jahr der Schwerpunkt „Beekstraße“ stehe, immer auch über die Stadtgrenzen geblickt und ausgestrahlt. Große kulturelle und internationale Themen waren Festival-Themen. „Wir haben den Anspruch, nicht nur ein lokales Ereignis zu sein, wir wollen auch außerhalb wahrgenommen werden.“

Duisburger Stolz – mal ganz souverän und weltbürgerlich ausgedrückt?