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Weihnachtsmarkt Duisburg: Besucher von Preisen geschockt – „Das kann ich nicht mehr“

Heftige Preisentwicklung auf dem Weihnachtsmarkt Duisburg. Die Besucher sind von den Preisen beinahe überwältigt.

© Marie Bonnet

So schön ist der Weihnachtsmarkt in Duisburg

Jedes Jahr funkelt die Duisburger Innenstadt zur Weihnachtszeit. Der Weihnachtsmarkt steht in der Fußgängerzone und verleitet zum Schlendern und Shoppen in den Geschäften.

Alles wird teurer – auch auf dem Weihnachtsmarkt Duisburg. Glühwein, Pommes, Crêpes und Co. dürften in diesem Winter deutlich mehr kosten als in den vergangenen Jahren. Für viele Besucher ist das kaum noch zu stemmen.

Beim Gang über den Weihnachtsmarkt Duisburg sieht man trotzdem einige Menschen mit Wurst oder einer Tasse Glühwein in der Hand. Wie schockiert die allerdings beim Blick auf die Preise waren, erzählen sie im Gespräch mit DER WESTEN.

Weihnachtsmarkt Duisburg: Besucher fürchten Preise – „Ich habe schon Angst“

Der Duisburger Weihnachtsmarkt ist bereits am 10. November gestartet. Eine Woche später, am frühen Freitagnachmittag (18. November), wirkt die Besucherzahl noch recht beschaulich. An einem Stand für Dampfnudeln gönnt sich ein Paar aus der Pfalz das heimatlich anmutende Gericht mit Vanillesoße. Ganze sechs Euro kostet der Spaß. „Wir sind wegen unseres Enkelkindes hierhergezogen. Und Dampfnudeln gibt es hier sonst nicht in Duisburg“, sagt Regine.

Sie will auf die Leibspeise nicht verzichten. Aber dafür spart sie an anderen Ecken. „Wir trinken und essen weniger“, gibt sie zu. Vor allem beim Einkaufen würde sie die gestiegenen Preise deutlich spüren. „Und man weiß ja nicht, was noch kommt.“ Ihr Mann macht sich noch mehr Sorgen. „Ich habe schon Angst, weil die Preise so hochgehen“, meint Dieter. „Wenn ich jetzt sehe, wie das Geld wegschmilzt, bekomme ich Angst, dass ich mit 80 nichts mehr habe.“

Weihnachtsmarkt Duisburg Dieter und Regine
Das Paar hat neben dem Besuch beim Weihnachtsmarkt Duisburg auch schon ein paar Weihnachtsgeschenke für die Enkeltochter besorgt. Foto: Marie Bonnet

Der Senior feiert am Freitag, den 18. November, seinen 71. Geburtstag. Und dafür hat er auch allen Grund. „Ich kämpfe seit 14 Jahren gegen den Krebs und lebe noch!“, ruft er enthusiastisch aus. Solange die Krankenkasse seine Medikamente – die ebenfalls teurer geworden seien – bezahle, sei noch alles gut. „Da kann man dann auch noch die Stände hier unterstützen“, ergänzt seine Frau Regine. Die hätten es ja ebenfalls nicht leicht mit der Standmiete und den gestiegenen Kosten.

Weihnachtsmarkt-Besucherin enttäuscht: „Das kann ich nicht mehr“

Ein paar Meter weiter teilen sich Marion (63) und Andrea (58) eine Portion Pommes. Dazu gibt es jeweils ein Glas König Pilsener. Zusammen macht das neun Euro. „Das ist schon `ne Hausnummer“, erschrickt Marion. Auch wenn das Teilen weniger einer Sparmaßnahme, sondern eher fehlendem Hunger geschuldet sei, geben die zwei doch zu: „Man guckt schon mehr“.

Weihnachtsmarkt Duisburg zwei angefangene Köpi und ein Rest Pommes
Weihnachtsmarkt Duisburg: Hier wird nicht nur wegen der Preise das Essen geteilt. Foto: Marie Bonnet

Marion zum Beispiel geht sonst immer mit ihrer Familie und den – 10! – Enkelkindern auf den Weihnachtsmarkt. „Das kann ich nicht mehr“, muss sie eingestehen. Denn für alle etwas zum Essen und Trinken zu kaufen, kann sie sich nicht leisten. Andrea mit „nur“ zwei Enkelkindern sieht das ähnlich. „Wir nehmen jetzt immer Getränke für alle mit, das haben wir sonst nie gemacht.“ Trotz des stolzen Preises von fünf Euro will sie ihren Kindern die Fahrt mit dem Riesenrad aber nicht verwehren. „Das muss sein.“


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„Man will nicht auf alles verzichten“, meint auch Marion. Eine ihrer Töchter muss nun den doppelten Strompreis zahlen. Ihr eigener Mann stöpsle jeden Abend die Kaffeemaschine und den Fernseher aus. „Der macht mich schon ganz kirre“, lacht die 63-Jährige.

Glühwein so teuer wie nie

Obwohl der Glühwein je nach Stand zwischen drei und vier Euro kostet – mit Schuss sogar fünf – holen sich die Duisburger weiterhin ihre Tassen mit dem beliebten Heißgetränk. „Es wird ja eh alles teurer“, ist hier der Konsens. Das Verständnis für die gestiegenen Preise sei da, aber es existiere auch eine Schmerzgrenze. „Also zehn Euro zahle ich bestimmt nicht“, lacht eine Frau noch. Schon gar nicht, wenn es nicht bei einem Glühwein bleiben soll.