Wege zum Einkaufen in Duisburg werden weiter

Willi Mohrs
Neueröffnet im vorigen Jahr: die Kaisers-Filiale am Sternbuschweg in Neudorf.
Neueröffnet im vorigen Jahr: die Kaisers-Filiale am Sternbuschweg in Neudorf.
Foto: Michael Dahlke
Der Einzelhandel in Duisburg konzentriert sich, die Zahl der Standorte ging in den vergangenen Jahren zurück. Ein großes Angebot an ebenerdigen Parkplätzen zeichnet dabei bevorzugte Lagen besonders aus. Die Discounter liegen bei der Zahl der Lebensmittell-Läden in der Statistik ganz vorn.

Duisburg. Von einem „Trend zur Standortkonzentration“ und einer „Ausdünnung der flächendeckenden Versorgung“ ist im aktuellen Bericht zur Duisburger Nahversorgung zu lesen. Das heißt im Klartext: Die Wege zum Einkaufen werden weiter – wenn auch nicht für alle.

Untersucht wurden für den Bericht Bestand und Lage von Lebensmittelgeschäften mit einer Verkaufsfläche von mindestens 400 Quadratmetern. Erst ab dieser Größe ist nach Einschätzung der Gutachter mit einem ausreichend großen Angebot insbesondere von Nahrungs- und Genussmitteln für den täglichen Bedarf auszugehen. Eine gesicherte Nahversorgung sei anzunehmen, wenn das nächste Lebensmittelgeschäft nicht mehr als 700 Meter entfernt liegt, also vom jeweiligen Wohngebiet fußläufig zu erreichen ist.

Probleme mit Lieferverkehr als Grund

Doch genau diese Angebote sind in den letzten drei Jahren weniger geworden: Seit 2011 hat sich die Zahl der Nahversorgungsmärkte von 142 auf 132 verringert. Dahinter verbergen sich 15 Schließungen und fünf neue Standorte. Die geschlossenen Läden befanden sich dem Bericht zufolge oft in gewachsenen Lagen, also vor allem in den Stadtteilzentren, denen damit wichtige „Frequenzbringer“ mit Anziehungskraft auf Kunden verloren gehen – ein Nachteil auch für andere Händler und Dienstleister vor Ort.

Gründe für den Rückzug des größerflächigen Handels aus den Stadtteilzentren seien unter anderem der häufige Mangel an ebenerdigen sichtbaren Parkplätzen und eine weniger optimale Andienung durch den Lieferverkehr, macht der Bericht deutlich.

Relativ weit zum nächsten Lebensmittelmarkt haben es die Kunden vor allem am Stadtrand, ob in Overbruch, Röttgersbach, Neudorf-Süd, Trompet, Baerl, Ungelsheim oder Serm.

Discounter machen größten Anteil aus

Eine „wichtige Ergänzung“ des Einzelhandelsangebotes sind aus Sicht der Gutachter die 31 Wochenmarkt-Standorte, die ein- bis dreimal wöchentlich vor allem die Ortsmitten beleben. Die Märkte hätten sich auch als stabil erwiesen, nur in Neudorf (Gabrielstraße) sei ein Standort in den letzten Jahren aufgegeben worden.

Der Hauptanteil der Nahversorgung in Duisburg erfolgt über die Discounter, auf die etwa zwei Drittel der Läden entfallen. Mit 37 Filialen liegt Netto an der Spitze, gefolgt von Aldi mit 25 Filialen, Lidl und Penny mit 15 beziehungsweise 8 Standorten.

Bei den Supermärkten hat in Duisburg Edeka die Nase vorn mit 20 Filialen vor Rewe mit 12 Standorten. Außerdem noch vertreten sind laut Gutachten Kaufland, Real und Kaisers.