Wasserqualität im Rhein ist so gut wie schon lange nicht mehr

Der Blick von der Friedrich - Ebert - Brücke über den Rhein zwischen Duisburg - Ruhrort und Homberg. Foto: Stephan Eickershoff/WAZFotoPool
Der Blick von der Friedrich - Ebert - Brücke über den Rhein zwischen Duisburg - Ruhrort und Homberg. Foto: Stephan Eickershoff/WAZFotoPool
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Duisburg.. „Piranhas erobern den Rhein!“ Diese Schlagzeile könnte Aufsehen erregen. Tatsächlich ist der Fluss, neben dem Amazonas-Gebiet, der größte natürliche Lebensraum der legendären Raubfische. Für Menschen besteht jedoch keine Gefahr. Und auch das Ökosystem Rhein hat größere Probleme.

Unter dem Motto „Der Rhein – Das unbekannte Biotop vor der Haustür“ informierte der Vorsitzende der Duisburger Fischereiverbände Klaus Radny über die Entwicklung der Flora und Fauna des Flusses. Die von der CDU-Homberg initiierte Veranstaltung ist Teil der „Duisburger Umwelttage“, die noch bis zum 23. Juni ein umfangreiches Programm bieten.

Um die gute Nachricht vorweg zu nehmen: Die Wasserqualität des Rheins ist so gut wie seit vielen Jahrzehnten nicht mehr. Außerdem herrscht eine nie dagewesene Artenvielfalt. Vom Piranha, über den Kormoran, bis zur Schnappschildkröte haben sich Arten angesiedelt, die man eher in fremden Gefilden vermutet. Doch Klaus Radny, der „oberste Angler Duisburgs“, ist trotzdem besorgt: „Wir müssen endlich begreifen, dass das Leben nicht an der Wasseroberfläche aufhört“, warnt er. Vor allem die Zusammenführung von Rhein und Main durch den Bau des Rhein-Main-Kanals habe die Ökosysteme der beiden Flüsse belastet – mit bisher unabsehbaren Folgen.

Die aus der Donau zugewanderte Grundel besiedelt seither den Rhein und dezimiert die heimischen Fischbestände. Auch die bis zu drei Meter großen Welse haben sich angesiedelt. Ohne natürliche Feinde haben sie es hier leicht zu überleben, vor allem der Zander hat es nun umso schwerer. „Früher war das hier eine traumhafte Zanderstrecke, die Leute kamen von weit her, um hier zu fischen“, berichtet der passionierte Angler. Heute ist kaum noch jemand anzutreffen.

Auch Aal und Lachs sind gefährdet. Dem Aal werden auf seiner Pilgerreise zu seinem Laichplatz, der Sargassosee vor Kuba, immer häufiger Querbauwerke zum Verhängnis. Eine der ältesten, noch lebenden Tiere der Erde ist dadurch europaweit vom Aussterben bedroht. Und was für den Piranha, der hierzulande von Haustierhaltern ausgesetzt wurde, erst die Lebensgrundlage darstellt, bedroht das Überleben des Lachses: Die Wassertemperatur des Rheines steigt kontinuierlich. „Der Bau des Kraftwerks in Walsum und andere Großprojekte werden so zu einer existenziellen Bedrohung für den Lachs“, referiert Radny.

Für die Haesenerin Dorothea Reiche wäre das ein Unding. „Der Rhein bedeutet doch für uns alle eine hohe Lebensqualität. Die Natur erholt sich Stück für Stück von den industriellen Altlasten. Damit dürfen wir nicht leichtfertig umgehen“, appelliert die 75-jährige.

„Abfall von heute – Rohstoff von Morgen“ lautet das Leitmotiv der Umwelttage 2012. Weitere Termine u.a.: Aktionswoche in der Gustav-Stresemann-Realschule (ab 18.6.), Freitag (15.6.) Kinderaktion in der Stadtbibliothek von 14 bis 18 Uhr, Samstag (16.6.) Ökobasar auf der Königsstraße. Weitere Termine zu finden auf: www.duisburg.de

 
 

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