Warum Zoo Zajac zwei verkaufte Welpen zurücknahm

Zwei junge Jack Russell Terrier in der Verkaufsbox bei Zoo Zajac. Foto: Christoph Reichwein / WAZ FotoPool
Zwei junge Jack Russell Terrier in der Verkaufsbox bei Zoo Zajac. Foto: Christoph Reichwein / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Zoo Zajac hat in den ersten beiden Monaten etwa 70 Welpen verkauft. Für Schäden übernimmt die offiziell größte Tierhandlung der Welt Gewähr. Dass allerdings zwei Welpen zurückgenommen wurden, hat andere Gründe.

Duisburg.. Paula hat lange Haare, eine Stupsnase und nun auch ein eigenes Frauchen – Jutta Zajac. Die Ehefrau von Tierhändler Norbert Zajac hat sich in die junge Langhaardackeldame verguckt. Gestern tapste Paula schon einmal einen Tag bei den Zajacs herum. Auch ohne den eigenen Kauf seien die ersten zwei Monate des von abebbenden Protesten begleiteten Welpenverkaufs gut verlaufen. 70 Hunde gingen über den Ladentisch, pro Tag also ein bis drei Tiere.

„Jeden vierten Welpen ging an einen Duisburger“, ergänzt Norbert Zajac, „dazu muss man sagen, das ein Welpe höchstens zwei Wochen bei uns war, bevor er verkauft wurde.“ Die Verkaufszahlen könnten bereits jetzt höher liegen, ist sich Zajac sicher. In den Wintermonaten kämen aber nicht so viele Welpen zur Welt. Dementsprechend leer standen im Februar einige Hundeboxen.

Maximal fünf Boxen wurden bisher zeitgleich genutzt, pro Box ein Wurf. Das ändere sich nun. Am heutigen Tag geht’s für einen neuen Wurf aus der Quarantäne in den Verkaufsraum, dann sind erstmals acht Stück voll. Eine Box steht weiterhin leer. An einem Boykott durch Züchter, die ihre Tiere lieber für mehr Geld selber verkauften, läge das aber nicht.

Noch keinen festen Züchterpool

„Es gibt genug Züchter, die uns ihre Würfe verkaufen. Viele kommen nun selber bei uns vorbei und gucken sich an, wie es bei uns läuft. Das ist der beste Weg“, erklärt Zajac. Mittlerweile zeige sich das auch am Preis – die Tiere werden günstiger verkauft, weil Zoo Zajac sie selber preiswerter bekomme: „Aber noch haben wir keinen festen Züchterpool und müssen Kontakte aufbauen.“

Seit Monaten ist der Zoofachhändler dafür mit dem Auto in Deutschland unterwegs: „Ja, ich fahre selber raus. Montag geht’s nach Erfurt.“ Ein halbes Jahr werde er das noch machen, dann sollen die Kontakte so laufen. Bei den Terminen sei stets ein Tierarzt dabei, der sich die Elterntiere und das Rudel anguckt. „Am Ende ist es so, dass wir jedes zweite Tier nicht kaufen“, sagt Zajac. Schließlich haftet er als Verkäufer nachher für die Qualität der Hunde. Weil diese bisher immer gestimmt habe, gab es auch keine Rückgaben.

„Trotzdem haben wir zwei Hunde zurückgenommen und den vollen Preis erstattet“, sagt Zajac. Eine Frau brachte ihren Welpen nach zwei Stunden zurück, weil sie allergisch auf die Tierhaare reagierte. Ein Mann erlitt einen Tag nach dem Kauf einen schweren Arbeitsunfall, der kleine Jack Russell Terrier ging an Zajac zurück. Wer einfach nicht mit einem Tier klarkommt, soll immerhin den halben Kaufpreis zurückerhalten.

Pluschtiere als Hundeersatz

„Eigentlich wollten wir innerhalb des ersten Monats den vollen Preis zurückerstatten. Aber uns hat die Wirklichkeit eingeholt“, sagt Zajac und erzählt von einer Mutter, die drei Welpen übers Wochenende zum Geburtstag ihres Sohnes mitnehmen wollte. Seitdem ist die Regelung gekippt. Und noch etwas hat sich geändert. War der Tresen vor den Hundeboxen am ersten Verkaufstag noch kahl, so liegen dort nun zig Mini-Plüschhunde für hundeverliebte Kinder.

„Das ist ein Ersatz fürs Lebendtier, gut 1000 Plüschtiere werden bei uns im Monat verkauft“, sagt Zajac. Von befürchteten Emotionskäufen habe er aber nicht gemerkt. „Ich mache das jetzt 36 Jahre und muss sagen, heute sind die Eltern schwer vernünftig. Da wird nicht einfach ein Hund gekauft, weil das Kind das will. Früher war das anders.“

 
 

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