Duisburg

Warum es bald in Duisburg und Umgebung keine Erdbeeren mehr geben könnte

Skeptischer Blick auf die Erdbeer-Ausbeute 2017: Die Duisburger Landwirte Thomas Kohl (li.) und Jürgen Rademacher (re.).
Skeptischer Blick auf die Erdbeer-Ausbeute 2017: Die Duisburger Landwirte Thomas Kohl (li.) und Jürgen Rademacher (re.).
Foto: Michael Dahlke / FUNKE Fotoservices (Archivaufnahme)
  • Die Erdbeer-Saison hat gerade erst so richtig begonnen
  • Doch die Landwirte klagen über die extremen Wetterbedingungen
  • Deshalb könnte der Erntespaß für Hobby-Pflücker schon bald vorbei sein

Duisburg. Zu warm im März, zu kalt im April und dann auch noch der extreme Hagel Ende Mai: In diesem Jahr haben die Bauern im Ruhrgebiet mit ganz besonders ungünstigen Wetterbedingungen zu kämpfen.

Deswegen wird vor allem die Erdbeer-Ernte vielerorts dürftiger ausfallen als gewöhnlich. Aber der Landwirt Thomas Kohl beruhigt: „Diejenigen, die selbst pflücken, werden das gar nicht merken.“

Der Frost vernichtete viele Erdbeer-Blüten

Der Bauer vom Duisburger „Rosenhof“ Rademacher ergänzt: „Die meisten Menschen registrieren die dürftige Ausbeute gar nicht.“ Nur Profis würden erkennen, dass an den Sträuchern weniger Früchte hängen.

Der Ernteausfall betrifft also vor allem die Landwirte. Das Problem: „Durch die hohen Temperaturen im März waren die Blüten früh ausgetrieben und gewachsen“, erklärt Kohl.

Doch dann kam der Bodenfrost im April. „Wir hatten große Teile der Felder abgedeckt. Aber selbst unter dem Fließ sind die Blüten teilweise erfroren“, so der Duisburger Bauer.

Ende Mai hagelte es dann gewaltige Körner, mit einem Umfang größer als Erdbeeren. Kaum nötig zu erwähnen, dass dieser Niederschlag tendenziell nachteilig für die Entwicklung der Früchte war.

Hier findest du Erdbeer-Felder im Ruhrgebiet:

Im Juni fehlt der Regen

Auch aktuell haben die Landwirte wieder Sorgenfalten auf der Stirn. Der Juni begann einfach zu trocken. Manche abgelegenen Felder lassen sich dadurch nicht mehr ausreichend bewässern.

Wegen der gleichzeitig hohen Nachfrage mussten einige Bauern nach Pfingsten ihre Felder deshalb zwischendurch schließen. So wie bei „Erdbeerscholle“ in Bochum: „Um die Früchte nachreifen zu lassen, öffnen wir unser Feld erst wieder am Freitag“, sagen die Betreiber.

Vage Prognose des Duisburger Landwirts

Wenn du dir eine ordentliche Portion Erdbeeren einkochen willst, solltest du aber schnell sein. Thomas Kohl erinnert sich an den vergangenen Sommer: „Da sind tonnenweise Früchte durch den Regen im Juni verfault.“

Für dieses Jahr wagt er eine vorsichtige Prognose: „In den nächsten zwei Wochen sollte es bei uns noch genügend Erdbeeren zu pflücken geben.“ Vorausgesetzt, es regnet nicht wieder tagelang wie aus Kübeln.

Stabile Preise

Musst du als Verbraucher für den Ernte-Ausfall mehr bezahlen? Nein, sagen die Landwirte: „Die Preise sind im Vergleich zum letzten Jahr stabil.“

Tatsächlich liegen die Kosten für das selbstgepflückte Kilogramm Erdbeeren laut unserer Umfrage im Ruhrgebiet derzeit zwischen 2,50 und 4,20 Euro.

Dafür lohnt sich der Aufwand auf jeden Fall. Also worauf wartest du noch?

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