Duisburg

Warum diese Frau glaubt, dass sie das Alkoholverbot in der Duisburger City kippen kann

Marion Wegscheider verklagt die Stadt Duisburg
Marion Wegscheider verklagt die Stadt Duisburg
Foto: Kathrin Migenda

Duisburg. Marion Wegscheider (31) verklagt die Stadt Duisburg. Sie findet, dass die Stadt ihre Grundrechte beschneidet. Wir treffen die Duisburgerin in der Innenstadt auf eine Cola. Alkohol ist ja verboten.

„Die Stadt sagt, dass Menschen, die Alkohol trinken, andere bedrohen. Deshalb verbietet sie das jetzt. Dabei ist das keine gute Begründung‟, sagt Marion Wegscheider.

Ob sie eine Strafe zahlen müsste, hat sie noch nicht ausprobiert

Für sie ist das Argument nicht nachvollziehbar. „Nur, weil jemand Alkohol trinkt, bedroht er doch niemanden. Der Stadt geht es nur darum, die Trinker aus der Innenstadt fernzuhalten, weil Geschäftsleute sich immer beschwert haben. Allerdings trifft das Alkoholverbot nun alle. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das Ordnungsamt auch Bußen verhängt, wenn ich mich jetzt mit einem Bier an den Brunnen setze.‟

Getestet hat Marion Wegscheider das allerdings nicht. Für sie ist klar, dass das Sicherheitsgefühl in einer Stadt nicht durch Alkoholkonsumenten beeinflusst wird. Deshalb klagt sie nun.

Die Probe kann sie nicht aufhalten

„Momentan ist es ja nur eine Probephase für einen gewissen Zeitraum. Die Probe kann ich mit meiner Klage nicht stoppen. Das weiß ich. Wenn ich allerdings vor Gericht Recht bekomme, muss die Stadt sich eine andere Begründung für das Alkoholverbot einfallen lassen.‟

Trinker jetzt auf neuer Bahnhofsplatte

Die studierte (Englisch und Französisch) Übersetzerin sagt: „Die Trinker sind jetzt zwar aus der Innenstadt vertrieben, dafür treffen sie sich jetzt am Bahnhof auf der neuen Bahnhofsplatte, zwischen den Baum-Kübeln. Das wird der Stadt bestimmt auch nicht gefallen.‟ Allerdings kann der Radius während der Verbotsprobezeit nicht verändert werden.

Marion Wegscheider hat noch nicht mit den Menschen der Szene gesprochen. „Ich setze mich für die Menschen ein, die am Rande unserer Gesellschaft leben, denn die können das meist nicht selbst in die Hand nehmen‟, sagt die junge Frau.

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