Warnte die Stadt Duisburg zu spät vor möglicher Massenpanik in Moschee?

Nachdem an einem Wochenende bis zu 5000 Muslime zum Fastenbrechen in die Marxloher Merkez-Moschee gekommen wären, verschärfte die Stadt die Auflagen.
Nachdem an einem Wochenende bis zu 5000 Muslime zum Fastenbrechen in die Marxloher Merkez-Moschee gekommen wären, verschärfte die Stadt die Auflagen.
Foto: Andreas Mangen
Weil bis zu 5000 Muslime zum Fastenbrechen nach Marxloh in die Merkez-Moschee kommen, warnten Polizei und Ordnungsbehörden vor einer Massenpanik. Im Interview bezieht die Stadt Duisburg Stellung zum Genehmigungsverfahren. Sprecherin Anja Huntgeburth spricht von einer "bislang unproblematischen Veranstaltung".

Duisburg. Die bedrohliche Gemengelage an der Merkez-Moschee in Marxloh und die Sorgen von Stadt und Polizei vor gefährlichen Situationen („Massenpanik“) durch eine zu große Besucherzahl wirft nachträglich Fragen auf. NRZ-Redakteur Stefan Endell hat sie der Stadt gestellt. Anja Huntgeburth, Sprecherin der Stadtverwaltung hat sie folgendermaßen beantwortet:

War die ursprünglich beantragte Ramadan-Veranstaltung an der Moschee tatsächlich komplett „genehmigungsfrei“? Waren kein Sicherheitskonzept und keine Ordner vorgeschrieben?

Anja Huntgeburth: Es wurde eine Genehmigung nach dem Landesimmissionsschutzgesetz erteilt. Darüber hinaus wurde ein Auflagenbescheid erteilt, der neben der Forderung zur Einrichtung eines Sanitätsdienstes auch die Bewirtschaftung des gegenüberliegenden Parkplatzes mittels eines Ordnungsdienstes enthielt. Ein Sicherheitskonzept war aufgrund der angemeldeten Teilnehmerzahl (1000) nicht erforderlich. Es wurden ausschließlich Ordner für die Bewirtschaftung des Parkplatzes gefordert.

Bei erster Kontrolle keine bedohliche Überfüllung erkennbar

Wieso wurde die Stadt erst gegen Ende der 4-Wochen-Feier auf das Menschen-Massen-Problem aufmerksam?

Huntgeburth: Bekannte Veranstaltungen dieser Größenordnung werden nicht regelmäßig kontrolliert. Bei der Ramadanveranstaltung an der Merkez-Moschee handelte es sich bisher um eine unter Berücksichtigung sicherheitsrelevanter Aspekte unproblematische Veranstaltung.

Lediglich aufgrund der verkehrlichen Situation rund um die Moschee während des Ramadans war bisher ordnungsbehördliches Einschreiten notwendig. Das Ordnungsamt wurde erstmals bei einer Überprüfung in der 29. Woche auf das Problem der möglichen Überfüllung des Geländes am Wochenende aufmerksam. Bei dieser Kontrolle war jedoch keine bedrohliche Überfüllung des Geländes feststellbar. Für das Wochenende 26. bis 28. Juli 2013 waren weitere Kontrollen angedacht.

Hat das Ordnungsamt der Stadt dem Moscheeverein am vergangenen Wochenende jetzt Auflagen gemacht, die über die reine Untersagung des Basars hinausgehen?

Huntgeburth: Ja, es wurden für das Wochenende zusätzliche Ordner und eine Aufstockung des Sanitätsdienstes gefordert.

Hat das Ordnungsamt die Einhaltung der Auflagen überprüft?

Huntgeburth: Ja.

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