Warnende Rufe der Outlet-Gegner bleiben in Duisburg ungehört

Am kommenden Montag entscheidet der Duisburger Rat über den FOC-Vertrag.
Am kommenden Montag entscheidet der Duisburger Rat über den FOC-Vertrag.
Foto: Douvil
Kurz vor der Vertragsverlängerung diskutierte der Einzelhandelsverband mit FOC-Verfechter Rainer Enzweiler. Erneut warnte Walter Brune vor den Folgen des Projekts des Outlet-Centers. Auch der Einzelhandelsverband lehnt die Planung des FOC ab.

Duisburg.. Die noch offene Entscheidung, ob die Stadt die Verträge mit den umstrittenen FOC-Investoren verlängert, dürfte so enden wie das Hornberger Schießen: Bevor der Rat am späten Montagabend in nichtöffentlicher Sitzung dem Vertrag zustimmen soll, wird nachmittags schon der politische Beirat für das Outlet-Center in Hamborn gewählt. Würde die Politik gegen das FOC stimmen, könnte man sich dieses Gremium schenken. So werden diverse Bemühungen der vergangenen Tage, die FOC-Befürworter in Reihen von CDU und SPD noch umzustimmen, wohl im Sande verlaufen.

Einer der FOC-Kritiker vom Fach ist der seit 1950 selbstständig tätige Architekt und Städteplaner Walter Brune aus Düsseldorf. Er hat ein Buch über Outlet-Center geschrieben, die Bilder darin von Beispielen aus Roermond oder Ochtrup nannte er „schrecklich“, als er diese Woche bei der PSL-Fraktion zu Gast war. Den Zusammenschluss der Einzelkämpfer von Piraten, SGU und Bürgerlich-Liberalen musste er ohnehin nicht überzeugen, sie lehnen das Vorhaben ab.

Einzelhandel ist der größte Belegungsfaktor in der City

Dennoch wird Brune nicht müde, vor dem geplanten FOC in Hamborn zu warnen: „Wenn das Outlet einen Umsatz von 200 Millionen Euro machen soll, dann ist die Innenstadt platt und das FOC der einzige Laden, der übrig bleibt.“ Der Einzelhandel sei schließlich der größte Belegungsfaktor in der City, ihn gelte es zu schützen. „Natürlich ist der Konsument für so ein FOC, weil er dort eine Jeans für zehn Euro ja fast geschenkt bekommt. Aber der Preis für die Innenstadt ist zu hoch und der Konsument erkennt das nicht“, sagt Brune, der die Stadt blindlings in eine schlimme Fehlentwicklung laufen sieht und den Planern seinen Rat feilbietet: „Ich kann Duisburg in diesem Punkt gerne beraten, es kostet nichts, wenn man mich ruft.“

Sein warnender Ruf wird im Rathaus aber wohl ungehört bleiben. Auch der Einzelhandelsverband machte am Donnerstagabend erneut seine Position deutlich, 20 Vertreter der Duisburger Werbe- und Interessengemeinschaften diskutierten mit CDU-Fraktionschef Rainer Enzweiler über das FOC. Enzweiler ist einer der größten Befürworter des Megaprojekts, brachte die Investoren nach Duisburg und betonte auch an diesem Abend, dass mit diesem FOC eine große Chance für den Duisburger Norden und für die gesamte Stadt verbunden sei.

Vom Gegenteil überzeugt sind allerdings die Vertreter des Einzelhandels aus dem Duisburger Norden, dem Westen und der City oder dem Duisburger Westen. „Schnell ist an diesem Abend klar geworden, dass die Kaufmannschaft ein FOC für den falschen Schritt in der Stadtentwicklung hält“, sagt Alfred Walzer, Vorstandsvorsitzender des Einzelhandelsverbandes. Mit den Planungen seien Probleme heraufbeschworen worden, deren Ausmaße völlig unterschätzt worden seien. Mehr „Fluch“ als „Segen“ würde das FOC bringen, das sei „das eindeutige Ergebnis der Diskussion“, so Walzer: „Wir können die Ratsmitglieder nur ermutigen, die Planungen zum FOC ad acta zu legen.“

Douvil trennt sich von Pressesprecherin

Auf Seite der Investoren haben die neuen Geschäftsführer der Douvil GmbH inzwischen das Heft vollständig in die Hand genommen, wollen sich am Montag dem Rat präsentieren. Auch von der bisherigen Pressesprecherin hat sich das Unternehmen getrennt, die Pressemitteilung verschickt der als neue Geschäftsführer eingesetzte Architekt Carsten Grauel aus Berlin jetzt persönlich. Zuletzt hatte er sich darin gegen „Verlautbarungen Anderer, nicht an der Douvil GmbH beteiligter Personen“ gewehrt und betont, weder als geschäftsführender Gesellschafter und Unternehmer noch als Privatperson je ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt zu haben.

 
 

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