Wärme auf Rädern

Wolfram Peschko (Geschaeftsfueher LaTherm GmbH), Juergen Dietz (Leiter DU Sport), BM Manfred Osaenger, Frank-Michael Baumann (Energie Agentur), Klimaminister Johannes Remmel.
Wolfram Peschko (Geschaeftsfueher LaTherm GmbH), Juergen Dietz (Leiter DU Sport), BM Manfred Osaenger, Frank-Michael Baumann (Energie Agentur), Klimaminister Johannes Remmel.
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg.. Derzeit besichtigt der NRW-Klimaschutzminister Johannes Remmel (Grüne) Städte, die sich um die Energiewende verdient gemacht haben, weil dort zukunftsträchtige Technologien eingesetzt werden. Gestern kam er nach Rheinhausen zum Hallenbad Toeppersee. Dort informierte er sich über das Konzept der mobilen Wärme, über „Wärme auf Rädern“.

Seit rund einem Jahr nutzt die Stadt im Hallenbad industrielle Abwärme aus einer Bottroper Kokerei, um ein Drittel seines Energiebedarfs zu decken. Doch dazu braucht es keine kilometerlangen Leitungen, die Wärme wird mit Lastern in Containern angeliefert. Gespeichert und auch wieder abgegeben wird sie mit Hilfe eines speziellen Salzes (Natriumacetat-Trihydrat), das stets wiederverwendbar ist. Das gleiche Prinzip in deutlich kleinerem Maßstab nutzen übrigens auch Taschenwärmer.

„Wärme aus dem Container ist aus ökologischer Sicht ein doppelter Gewinn“, sagte der Minister. Nicht nur würde das Hallenbad 500 Megawattstunden Erdgas pro Jahr sparen, was den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß um 130 Tonnen senke. Dagegen verursachen die Lastwagen der Dortmunder Firma LaTherm, die mehrmals die Woche zwischen Bottrop und Rheinhausen hin- und herfahren, um leere gegen volle Container auszutauschen, nur 13 Tonnen. Außerdem entlaste das Projekt auch den städtischen Haushalt.

CO2-Ausstoß um 40 Prozent sinken

„Wir sparen einige tausend Euro an Heizkosten pro Jahr. Erdgas ist deutlich teurer“, sagt Jürgen Dietz, der Leiter von Duisburg-Sport. Um das Bad für das neue Wärmesystem umzurüsten, habe die Stadt keine Millionenbeträge investieren müssen, sondern nur 22.000 Euro. Rohre, ein Wärmetauscher sowie ein Containerstellplatz und schon konnte es losgehen. „Die Anlage wird sich voraussichtlich in drei Jahren amortisiert haben.“ Zudem leiste sie einen Beitrag zum Ziel der Stadt Duisburg, bis zum Jahr 2020 den CO2-Ausstoß um 40 Prozent zu verringern.

Minister Remmel hofft, dass die mobiler Abwärmenutzung auch auf die Diskussion um die Energiewende Einfluss nehmen wird. Denn für die Bundesregierung sei sie eine reine Stromwende. „Wir reden viel zu viel über Strom und zu wenig über Wärme.“ Diese dürfe man nicht weiter vergeuden, um lediglich den Himmel zu heizen. Man müsse sie nutzen. Da spricht Remmel der Firma LaTherm aus dem Herzen. Der Dortmunder Wärmelieferant sucht derzeit noch regionale Partner, gerne auch in Duisburg, die ihre Abwärme nicht selbst nutzen – zum Beispiel Chemiewerke, Stahlhütten oder Müllverbrennungsanlagen.

 
 

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