Wachsender Unmut über Duisburger Dauer-Demos - ein Kommentar

Für viele Stunden werden deshalb zentrale Innenstadt-Straßen gesperrt.
Für viele Stunden werden deshalb zentrale Innenstadt-Straßen gesperrt.
Foto: Funke Foto Services
Durch die Sperrung der Duisburger Innenstadt für ihre Demo erhofft sich Pegida Aufmerksamkeit. Für die Bewohner der City ist dies eher ein Ärgernis. Ein Kommentar von Thomas Richter.

Duisburg.. Mit dem Rosenmontagszug durch weite Teile der City steht übermorgen der hiesige Höhepunkt der Karnevalssession 2014/15 bevor. Für viele Stunden werden deshalb zentrale Innenstadt-Straßen gesperrt, was drastische Auswirkungen auf den Verkehr haben dürfte. Aber an diesen Umstand haben sich alle Betroffenen in den Wochen zuvor ja bereits gewöhnen können. Besser gesagt: gewöhnen müssen.

Die Pegida-Demonstrationen vorm Hauptbahnhofs-Ausgang machten sich für alle Anwohner, Geschäftsleute und Bahnpendler vor allem als „Blockade-Auslöser“ bemerkbar und waren für sie daher ein echtes Ärgernis. Ein Ärgernis auch deshalb, weil sich der Veranstalter in mehreren Gesprächen mit der Polizei bislang beharrlich weigerte, einen anderen Austragungsort für seine Versammlung in Betracht zu ziehen als diesen so zentral gelegenen.

Klar, die Pegida will öffentliche Aufmerksamkeit. Und die glaubt sie erreichen zu können, wenn Montag für Montag die halbe Innenstadt lahmgelegt wird. Ob sich die Gruppe dadurch aber wie erhofft Gehör bei den Bürgern für ihre rechtspopulistischen Botschaften („Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen!“) verschafft, darf stark bezweifelt werden.

Die Betroffenen verspüren meistens nur Frust über die Störung ihres Alltags. Neue Sympathisanten werden die Pegida-Macher so nicht finden. Im Gegenteil: Das Interesse bröckelt bereits merklich. Zur letzten Demo am vergangenen Montag kamen laut Polizei noch 130 Pegida-Anhänger – die meisten davon kamen, wie von Anfang an, nicht aus Duisburg, sondern waren Zugereiste aus ganz NRW.

Diese Chose kann sich noch arg in die Länge ziehen: Bis in den Juni hinein hat Pegida für jeden Montag eine Demo in Duisburg angemeldet. Was man dagegen tun kann? Die Gäste einfach zu ignorieren, ist sicherlich der falsche Weg. Das könnten sie als Zeichen dafür deuten, dass ihnen widerstandslos die Präsenz auf der Straße überlassen wird.

Dass dem nicht so ist, beweisen Woche für Woche die Gegendemonstranten. Doch auch deren Unterstützung lässt spürbar nach. Strömten zur Protest-Premiere noch 5000 Pegida-Gegner in die City, waren es zuletzt nur noch einige Hundert. Aber vielleicht erledigt sich das Problem der Dauer-Demos demnächst einfach von selbst. Mangels Interesse und Beteiligung.

Am Rosenmontag fallen das Pegida-Treffen und auch die Gegendemo übrigens aus. Die Narren haben dann freie Fahrt. Immerhin die.

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