Duisburg

Riesenknall: Nach Ärger mit Zugausfällen geht der VRR jetzt diesen drastischen Schritt

Bei der NordWestBahn kam es zuletzt immer häufiger zu Zugausfällen.
Bei der NordWestBahn kam es zuletzt immer häufiger zu Zugausfällen.
Foto: imago stock&people
  • Bahn-Gipfel: VRR mahnt NordWestBahn ab
  • VRR spricht von „desaströser Betriebsstabilität“
  • NordWestBahn kann Verärgerung der Fahrgäste nachvollziehen

Duisburg. Krisengipfel der Bahn-Bosse!

Und der bringt einen großen Knall. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) mahnt die NordWestBahn aufgrund von „untragbaren Qualitätsproblemen“ ab.

Krisengipfel der Bahn-Bosse: VRR mahnt NordWestBahn ab

Hintergrund: das private Bahnunternehmen betreibt das Emscher-Münsterland-Netz (RE14, RB45) und das Niers-Rhein-Emscher-Netz (RE10, RB31, RB36, RB44). Auf den Linien, die auch durch Duisburg, Essen oder Oberhausen fahren, kam es in den letzten Monaten immer häufiger zu Zugausfällen und Verspätungen.

Grund: viele offene Stellen und ein hoher Krankheitsstand. Trotz der Bitte um einen Notfallplan seitens der VRR habe die NordWestBahn „die Betriebsstabilität und damit die Betriebsqualität“ nicht verbessern können, heißt es in einer Mitteilung des VRR.

Der Verbund bemängelt einen unzureichenden Schienenersatzverkehr und schlechtes Informationsmanagement gegenüber den Fahrgästen. „Der Personalmangel verschärfte die Situation seit Dezember 2018 zusätzlich“, so der VRR.

VRR spricht von „desaströser Betriebsstabilität“

„Mit Blick auf die andauernde schlechte Qualität und eine desaströse Betriebsstabilität der NordWestBahn mit massiven Auswirkungen für unsere Fahrgäste, war die Abmahnung gegen das Unternehmen der logische erste Schritt“, so VRR-Vorstandssprecher Ronald R. F. Lünser in einem Statement nach dem Krisengipfel.

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Der VRR fordert das Unternehmen aus Osnabrück auf, den betroffenen Fahrgästen eine angemessene Entschädigung zu zahlen und droht mit weiteren Sanktionen.

So reagiert die NordWestBahn

„Wir nehmen die Abmahnung sehr ernst. Wir sind mit unserer Leistung in jüngster Zeit nicht zufrieden und bedauern, dass wir unseren Kunden leider keinen verlässlichen Service bieten konnten, trotz des hohen Einsatzes zahlreicher Mitarbeiter, die zusätzliche Dienste übernommen haben. Die Verärgerung der Fahrgäste können wir selbstverständlich nachvollziehen“, sagt Rolf Erfurt, Geschäftsführer der NordWestBahn.

Man habe ein großes Interesse daran, wieder einen guten und stabilen Betrieb für die Fahrgäste bereitzustellen. „Das ist unser Anspruch und dafür werden wir alle an einem Strang ziehen“, so der Geschäftsführer weiter.

Jetzt soll ein externer Berater „betriebliche Schwachstellen“ identifizieren und nach Lösungen suchen. Ob damit die Züge bald wieder pünktlich fahren. Man darf gespannt sein. (ms)

 
 

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