Duisburg

Massiver Ärger mit Zugausfällen: VRR bittet Nordwestbahn zum Krisengipfel – diese Ruhrgebiets-Städte sind vor allem betroffen

Ein Zug der Nordwestbahn.
Ein Zug der Nordwestbahn.
Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Duisburg. Zu wenig Lokführer, zu viele davon krank – auf einigen Linien der Nordwestbahn im Ruhrgebiet fallen viel zu häufig Züge aus.

Weil auch Strafzahlungen das Problem nicht lösen, fordert der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) jetzt einen Krisengipfel mit dem privaten Bahn-Unternehmen.

VRR beklagt: Nordwestbahn lässt viel zu viele Züge ausfallen

Die Nordwestbahn verbindet viele Städte in NRW und Niedersachsen – auch in Ruhrgebiets-Städten wie Duisburg, Essen, Oberhausen und Bottrop halten Züge der Nordwestbahn.

Oder sollten zumindest. Weil es aber viele offene Stellen als Triebfahrzeugsführer gibt – und bei den Angestellten ein sehr hoher Krankheitsstand (derzeit rund 10 Prozent) herrscht – fallen laut VRR deutlich zu viele Züge aus.

Auch eine Abmahnung seitens des Verkehrsverbundes oder der Politik droht.

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„Wir haben einen Verkehrsvertrag mit dem Unternehmen über bestimmte Linien abgeschlossen. Die enthaltenen Leistungen sind zu erbringen. Für Züge die ausfallen, verspätet sind oder zu geringe Kapazitäten aufweisen, zahlen wir nicht. Weil auch Strafzahlungen nicht geholfen haben, wollen wir ein Krisengespräch mit den Geschäftsführern einberufen“, sagt VRR-Sprecher Dino Niemann gegenüber DER WESTEN.

Nordwestbahn-Sprecherin: „Versuchen, planerisch einzugreifen“

Die Nordwestbahn erwidert, man würde bereits an alle Fronten gegen die Unterbesetzung und die dadurch ausfallenden Züge ankämpfen. „Wir investieren über 1,3 Millionen Euro jährlich in die Anwerbung und Ausbildung von Triebfahrzeugführern. Letztes Jahr erreichten uns auch fast 600 Bewerbungen, doch längst nicht alle erfüllen die Mindestvoraussetzungen für eine Einstellung“, erklärt Nordwestbahn-Sprecherin Karin Punghorst im Gespräch mit DER WESTEN.

„Wir versuchen, planerisch einzugreifen, um die Auswirkungen der Ausfälle so gering wie möglich zu halten. Alternative Reisekonzepte, ein Busnotverkehr und Ausfälle nur auf niedrig frequentierten Strecken gehören dazu“, so Punghorst.

Noch im Januar soll der Krisengipfel stattfinden. Der VRR wird darin einen Notfallplan der Nordwestbahn einfordern, wie die Ausfälle kurz- und langfristig reduziert werden können. Die Verträge der Nordwestbahn mit den VRR-Linien laufen noch bis 2021, teilweise sogar bis 2025.

 
 

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