Von der Schulbank aus ins Frühstudium an der Uni Duisburg-Essen

Martin Schroers
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Früh übt sich! Als das jüngste von insgesamt 55 Frühstudierenden hat Karim Al-Sakati vom Mannesmann Gymnasium mit 14 Jahren ein Frühstudium in Geschichte an der Universität Duisburg-Essen absolviert. Die Frage nach der Zukunft bleibt für ihn aber weiterhin offen.

55 Schüler haben beim Frühstudium an der Uni Duisburg-Essen insgesamt 131 Zertifikate erworben. Der jüngste „Schüler-Student“ war mit gerade einmal 14 Jahren Karim Al-Sakati vom Reinhard-undMax-Mannesmann-Gymnasium.

Büffelei ging nach der Schule weiter

Den Unterricht der Klasse 9f des Mannesmann-Gymnasiums hat Karim Al-Sakati in den letzten Monaten häufig früher verlassen. Für den 14-Jährigen ging es von April bis Juli jeden Donnerstag nach der Schule an der Universität Duisburg-Essen mit der Büffelei weiter. Als einer von 55 Schülern nahm der Gymnasiast am Frühstudium-Projekt der Uni teil. Dort können Schüler auch vor ihrem Abitur schon reguläre Vorlesungen an der Hochschule besuchen. Mit der Bahn ging es für ihn einmal in der Woche von Huckingen nach Essen. Dort saß er dann ab 14 Uhr in der Vorlesung zum „Hellenismus im Nahen Osten“. „Da ging es um die verschiedenen Volksgruppen. Wir haben gelernt woher sie stammen, was ihre Hintergründe sind, was sie trennt oder verbindet“, fasst der Schüler die Geschichtsvorlesung zusammen. In das Programm ist er durch seine Lehrer gekommen. „Ich habe mich schon immer für Geschichte interessiert. Das haben sie wohl gemerkt.“

Die Atmosphäre an der Universität hat dem Rahmer von Beginn an gefallen. „Alle Studenten kamen aus unterschiedlichen Ecken. Manche waren älter, manche jünger. An der Uni sind alle zusammen gekommen“, beschreibt Karim, der auch keine Scheu vor seinen älteren Kommilitonen hatte. „Natürlich hat man sich unterhalten. Die haben mich schon oft gefragt, woher ich komme und wieso ich hier bin“, berichtet der 14-Jährige. Vergleiche zwischen dem Schulunterricht und der Vorlesung zu ziehen, fällt ihm schwer. „Die Vorlesungen gehen viel mehr ins Detail. Im Unterricht behandelt man ja schließlich in einem Halbjahr immer mehrere Themen“, sagt der Sohn eines Syrers und einer Deutschen.

Die Doppelbelastung durch Schule und Uni hat Karim nichts ausgemacht. Trotzdem weiß er noch nicht, ob er im nächsten Sommersemester noch einmal eine Vorlesung besuchen möchte. „Es muss ja auch immer zeitlich passen. Mal abwarten, was der Stundenplan sagt. Außerdem möchte ich ja auch weiter meinen Hobbys nachgehen“, erläutert der „Schüler-Student“. Da spielt er nämlich gerne Tennis und Fußball oder trifft sich mit seinen Freunden. „Bei mir hat eigentlich alles mit Sport zu tun“, sagt Karim. Den Einblick ins Geschichtsstudium zu wagen, hat er dennoch nicht bereut. „Es war sehr interessant“, findet der Duisburger. Die Intensivierung des Studiums in diesem Fachbereich nach dem Abitur ist für Karim jedoch nicht die unbedingte Konsequenz. „Ich habe viele Interessen. Ich würde später schon gerne studieren. Welches Studium es wird, habe ich aber noch nicht entschieden.“ Die Entscheidung hat ja auch noch Zeit. Karims Abitur ist schließlich erst im Jahr 2017 geplant.