Von Anfang an auf dem Gaspedal

Foto: Stephan Eickershoff

Phönix Rising war fast schon runter von der Bühne, als der Sänger fragte: „Ist das hier Duisburg Rock City?“ Längst war es so voll geworden, dass ihm ein lautes „Ja“ entgegenbrandete. Duisburg Rock City? Am Donnerstagabend ganz bestimmt. Die 5000 Plätze, die vor der Hauptbühne des 4. Duisburger Füchse-Stadtfestes zu belegen waren – sie waren voll. Dazu Menschen noch weiter hinten in der Königstraße, auf den Wiesen des König-Heinrich-Platzes und selbst auf der Dachterrasse des Forums. Sie alle waren gekommen, um Doro Pesch zu sehen und zu hören – und selbst Dauerfans der Rockröhre, die von der ersten Minute aufs Gaspedal trat und schließlich knapp zwei Stunden spielte und die vielen Rockfans glücklich machte, waren da – manche auch von weit her. Ob sie nun schwarz gekleidet waren und Band-T-Shirts trugen – oder ob sie ganz in „zivil“ mitgingen. Wie schon vor zwei Jahren war Doros Auftritt ein Riesenerfolg.

Bülent Aksen, Moderator und Organisator, griff gleich richtig in die Tasten. „Tokio, Moskau – und nun macht sie auf ihrer Welttournee halt in Duisburg“, kündigte er die 51-jährige Sängerin an, deren Stimme auch ohne Band-Unterstützung trägt und durch die Herzen ihrer Fans vibriert.

Und diese Fans gehören keiner bestimmten Altersgruppe an. Diejenigen, die sie seit ihren 30 Bühnen-Jahren begleiten, oder die ganz Jungen – alle gingen sie die mit. Auch das kleine Mädchen im rosafarbenen T-Shirt, die bei „Raise your fist“ auf Papas Schultern sitzend ihre kleine Faust in den Duisburger Himmel reckte. „Duisburg ist so geil“, wiederholte Doro Pesch ihre Liebeserklärung an die Stadt. „Ich komme ja eigentlich aus Düsseldorf. Aber ich stamme aus dem Ruhrgebiet, auch aus Duisburg.“ Und tatsächlich klingt es so gar nicht nach rheinischem Dialekt, wenn sie ihre Fans fragt: „Habt ihr alle Spaß?“ Nein, das klingt wie: „Habt ihr alle Spass?“ Ganz auf Ruhrdeutsch eben.

Wie versprochen variierte ihr sie Programm gegenüber dem Auftritt vor zwei Jahren, veränderte ihre Setlist, spielte Songs, die 1989 gemeinsam mit Kiss-Legende Gene Simmons produziert worden sind, aber eben auch die Klassiker. Die, die alle ihre Fans kennen. Und so schallte „All we are, all we are, we are – we are all, all we need“ aus tausenden Kehlen durch die Duisburger Innenstadt. Am endete spendete sie noch Bandutensilien für die Aktion „Hilfe für Katarina“. Die Verlosungsaktion läuft noch bis Sonntag. Der Höhepunkt des Stadtfestes am heutigen Freitag ist Ray Wilson (19.30 Uhr).

 
 

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