Duisburg

Von Abrisskneipe bis Landschloß: Das sind die Tops und Flops in Duisburg-Neudorf

Die alte „Paulaner Botschaft“.
Die alte „Paulaner Botschaft“.
Foto: Dominik Göttker

Duisburg. Kennt ihr das? Ihr kommt ganz neu in einen Stadtteil, lauft durch die Straßen, schaut durch die Gegend und seht Dinge, die ein Ortskundiger nach 15 Jahren noch nicht gesehen hat.

-------------------------------------

• Mehr Themen:

„Jetzt dreht der Chinese durch“: Wie du in diesem Duisburger Restaurant um fette Rabatte zocken kannst

Gelsenkirchen ist die ärmste Stadt Deutschlands! Knapp dahinter liegt eine weitere Stadt im Ruhrgebiet

Trinkerszene in Duisburg: Geschäftsleute unzufrieden mit Alkoholverbot in der City

-------------------------------------

Ich habe das mal ausprobiert. Habe mich auf mein Rad gesetzt und bin durch Duisburg-Neudorf gefahren. Das sind meine Tops und Flops des 10,7-Quadratkilometer-Stadtteils im Osten der Revier-Stadt.

Das Haus Hartenfels

Ganz klares Top, und das nicht nur, weil der höchste Punkt der Stadt (imposante 82,52 Meter über Normalnull): das Haus Hartenfels. Schlossähnlich thront der ehemalige Landsitz der Unternehmerdynastie Klöckner im Stadtwald. Für ein paar hunderttausend Euro könnt ihr euch mittlerweile sogar eine Wohnung im Haus Hartenfels zulegen und dort hübsch wohnen.

Zwischen Autobahn und Waldidyll

Zurück Richtung Stadt geht es einmal quer durch den Wald. Ihr habt Besuch von außerhalb und wollt den Ruhrpott porträtieren? Bestes Beispiel ist der Lerchenpfad. Wo auf der einen Seite Vögel durchs grüne Dickicht pfeifen, rauschen auf der Anderen Brummis und Autos über die A3. Typisch Revier, ne?!

Wo Revier, da aber auch Verfall. Vor allem am Hintereingang des Duisburger Hauptbahnhofs wird das sichtbar. Die Scheiben sind mit Klebeband zusammengetaped. Entlang der Bahnhofsmauern liegen Schutt und Müll, Kippen sind achtlos auf den Boden geworfen worden.

Abrisskneipe hinterm Bahnhof

Nur wenige Meter entfernt der nächste Neudorf-Flop. Die „Paulaner Botschaft“. Eine alte Kneipe, die dichtmachen musste. Die Scheiben sind von innen zugeklebt. Die massive Holztür blättert ab. Die Wände sind mit Graffiti und Aufklebern zugekleistert.

Typisches Hinter-Bahnhofsproblem sagst du? Nicht unbedingt. Die Villa „Haus Königsberg“, direkt auf der Grenze zu Duissern ist ein Lichtblick in der Bahnhofstristesse. Bis Januar 2016 wurde es als Museum genutzt. Heute haben hier Firmen und Anwälte ihre Büros. In dem kleinen Park nebenan sitzt Julia mit ihrem Hund. Sie kommt nicht aus Duisburg, muss weiter nach München und ist aber am Hauptbahnhof gestrandet. „Ich hätte echt nicht gedacht, dass es hier auch grüne Ecken gibt. Bei Duisburg hat man ja sonst eher andere Bilder im Kopf.“

Noch was nicht so Schönes gefällig? Auf der Kammerstraße steht ein alter Luftschutzbunker. Gebaut im Jahr 1944 steht er wie ein riesiger dunkler Felsblock in der sonst von Wohnhäusern geprägten Straße. Das gute Stück steht übrigens zum Verkauf. Wenn du also kein Bock auf Schloß hast, Neudorf bietet auch Bunker.

EURE FAVORITEN