Visionen für hungrige Studenten

Von Tobias Appelt
Foto: WAZ FotoPool

Am Campus Duisburg wächst das gastronomische Angebot für Studenten. Das Studentenwerk Duisburg-Essen investiert mehr als eine Million Euro in ein Projekt, dem der Bereich „Bauen und Technik“ zunächst noch den vorläufigen Arbeitstitel „Café Vision“ gegeben hat. Im Februar haben die Bauarbeiten nahe der Lotharstraße begonnen, zum Start des Wintersemesters soll alles fertig sein. Die Möbel sind bestellt, ab September sollen sie aufgestellt werden. Der Endspurt läuft.

„Was hier entsteht, ist kein klassisches Café, auch kein Bistro. Es wird ein Ort für alles“, sagt Peter Kruszinski, der Leiter des Bereichs „Bauen und Technik“. Was dieses „für alles“ ganz genau bedeuten soll, kann noch niemand genau sagen. Doch die Eckdaten der Planung klingen interessant: Anders als die Mensa soll das „Vision“ von früh bis spät geöffnet sein.

Geöffnet von 7.30 bis 22 Uhr

Angedacht ist die Zeit von 7.30 Uhr bis 22 Uhr, auch an den Samstagen. „Wir reagieren damit darauf, dass heutzutage die Studenten immer mehr Zeit auf dem Campus verbringen.“ Spätestens seit der Umstellung auf Bachelor- und Master-Studiengänge sind die Zeitpläne der Studenten enger geworden. Auch die Uni-Bibliotheken haben darauf reagiert und in den vergangenen Jahren ihre Öffnungszeiten massiv ausgeweitet.

Das neue „Nicht-Café“ entsteht im blauen Rund-Gebäude MM, das der Duisburger auch als „Keksdose“ kennt. In der Vergangenheit hat es an gleicher Stelle bereits einmal ein Café gegeben, das „Café Chaos“. Seit es Anfang dieses Jahrtausends geschlossen wurde, war die Fläche oft ungenutzt. Mal fand dort Sozialberatung statt, mal kam dort vorübergehend die Wohnheimverwaltung unter, für kurze Zeit wurde aus der Fläche sogar eine Kita. „Das war aber alles sehr improvisiert“, sagt Kruszinski. „Um aus der Fläche etwas Vernünftiges zu machen, fehlte uns aber lange Zeit das Geld.“

Jetzt war das Geld da. Es wurde größtenteils investiert in Technik: neue Elektrik, neue Lüftung, neue Abwassersysteme. Moderne Sitzgruppen wird es künftig im „Vision“ geben, viele Steckdosen, damit können die Studenten ihre Laptops oder Smartphones aufladen.

Gemütliche Lounge-Atmosphäre

Kruszinski verspricht, dass das Areal insgesamt eine „gemütliche Lounge-Atmosphäre“ bekommt. Ergänzend wird es einen Außenbereich mit Terrasse geben: Wiese, Bäume, Sträucher – Studenten bekommen dann zur Tasse Kaffee den Blick ins Grüne gratis dazu.

Gastronomisch soll das „Vision“ der Mensa keine Konkurrenz machen. Das Hauptrestaurant hat starre Öffnungszeiten, außerhalb der Mittagszeit ist es geschlossen. Das „Vision“ soll ganztägig Anlaufstelle sein für hungrige Studenten: Morgens wird es Frühstück geben, später dann Snacks, kaltes und warmes Essen. An Aktions-Abenden soll sogar der Grill angeworfen werden