Viele „Zweit-Duisburger“ melden ihren Wohnsitz ab

Oliver Schmeer
Über 5400 Personen mit Zweiwohnsitz in Duisburg haben mit Einführung der Zweitwohnungssteuer ihnen Wohnsitz abgemeldet.
Über 5400 Personen mit Zweiwohnsitz in Duisburg haben mit Einführung der Zweitwohnungssteuer ihnen Wohnsitz abgemeldet.
Foto: Ulla Michels / FUNKE Foto Services
Über 5400 Personen in Duisburg haben mit Einführung der Zweitwohnungssteuer ihnen Wohnsitz abgemeldet. 670 sind dafür jetzt „Voll-Duisburger“.

Duisburg. Die neue Zweitwohnungssteuer wirbelt das Duisburger Melderegister ziemlich durcheinander: Über 5400 „Zweit-Duisburger“ haben ihren Wohnsitz in Duisburg abgemeldet, nachdem der erste Steuerbescheid bei ihnen im Briefkasten lag. 670 sind jetzt hingegen „Voll-Duisburger“ geworden und haben ihren Erstwohnsitz hierhin verlegt.

Seit dem Stichtag 1. Juli erhebt die Stadt die im April im Rat beschlossene Zweitwohnungssteuer. Dazu waren im Juli 10 806 Personen angeschrieben worden, die mit einem Zweitwohnungssitz gemeldet sind. Klar war, dass nur ein kleiner Teil der Gemeldeten auch wirklich die Steuer zahlen wird. Und in der Tat geht das Steueramt davon aus, dass am Ende nur 700 Steuerpflichtige übrig bleiben. Grundsätzlich befreit sind nämlich etwa Ehepartner, die beruflich eine Zweitwohnung haben. Durchs Steuerraster fallen aber auch Zweitwohnungen in Pflegeheimen. Umstritten war, dass dagegen Studenten zahlen müssen

Nach der Zusendung des Steuerbescheids haben exakt 5409 Personen ihren Wohnsitz in Duisburg wieder abgemeldet. „Das hat keine negativen Auswirkung, auch nicht bei statistischen Messdaten“, so Stadtsprecher Jörn Esser. Einen positiven Effekt – und das ist auch so gewollt, ist, dass sich viele Betroffene unter dem Druck der zusätzlichen Besteuerung ihrer Nebenwohnung nun nach Duisburg umgemeldet haben. Jeder zusätzliche Neubürger bringt rechnerisch rund 800 Euro beim Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer sowie bei Landeszuweisungen und Investitionspauschalen.

Zwölf Prozent auf die Kaltmiete

Erwartungsgemäß bedeutete die neue Steuer zunächst enormen Verwaltungsaufwand. Allein 1112 Schreiben kamen wegen falscher Adressen ins Steueramt zurück, 783 korrekte Adressen sind mittlerweile ermittelt und die Briefe gehen erneut raus. 452 Angeschriebene haben geantwortet, dass ihr Meldestatus nicht zutreffend sei. Bleiben rund knapp 3000 „offene Fälle“, die sich noch nicht gemeldet haben, Steuerbefreiung beantragten oder bei denen Unterlagen fehlen.

Zum November will die Stadt die ersten Steuerbescheide verschicken. Zwölf Prozent der Netto-Kaltmiete erhebt sie – so wie viele andere Kommunen auch. Laut Rechenbeispiel der Kämmerei wären das für eine 50-Quadratmeter-Wohnung mit Durchschnittsmiete gut 30 Euro im Monat. Duisburg rechnet ab 2016 mit Einnahmen in Höhe von 260.000 Euro, abzüglich der zunächst allerdings hohen Personalkosten für die Erfassung. Übrig bleibt zunächst nur ein Drittel, später sollen es 180.000 Euro sein.