Viel Polizei, wenig Zuschauer

Unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen begann gestern vor dem Landgericht der Prozess gegen zwei 28 und 27 Jahre alte Männer aus Buchholz. Rund um das Gerichtsgebäude am König-Heinrich-Platz war Polizei aufgefahren. Auch in Saal 201 bestimmten Uniformen der Sicherheitskräfte das Bild. Doch nach nur wenigen Minuten war der erste Verhandlungstag gegen zwei Mitglieder des Motorradclubs Satudarah, denen Drogenhandel und Waffengesetzverstoß vorgeworfen wird, beendet.

Im Auftrag des Chefs

Da einer der Verteidiger erkrankt war, wurde gestern nur die Anklage verlesen. Die wirft den beiden Duisburgern vor, im Januar 2013 im Auftrag des bereits zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilten ehemaligen Satudarah-Chefs Ali Osman an der illegalen Einfuhr von zehn Kilo Marihuana beteiligt gewesen zu sein. Die Männer sollen einen mit dem Rauschgift beladenen Wagen, der zuvor von einem unbekannt gebliebenen Kurier aus den Niederlanden nach Deutschland gebracht worden war, im münsterländischen Ahaus übernommen und nach Duisburg gesteuert haben.

Der ältere der beiden Männer soll als so genannter Sergeant at Arms auch für die Bewaffnung von Satudarah zuständig gewesen sein. In diesem Zusammenhang soll er eine in Rocker-Kreisen offenbar recht beliebte halbautomatische Waffe des serbischen Herstellers Zastava beschafft haben.

Die beiden Angeklagten schienen das große Medien-Interesse gestern leicht amüsiert zur Kenntnis zu nehmen. Vor Beginn der Verhandlung hatten Fotografen und Kameraleute die Anklagebank umringt. Abgesehen von Journalisten und Polizisten fanden sich allerdings nur drei Zuhörer im großen Schwurgerichtssaal ein.

Nach nur wenigen Minuten konnten die beiden nicht in Haft sitzenden Angeklagten das Gerichtsgebäude wieder verlassen. Bis Ende nächster Woche sind drei weitere Verhandlungstage geplant.

EURE FAVORITEN