Video-Kunst in der alten Zentralbibliothek

Anne Horstmeier
Stacey Blatt vor dem Video von Frederick Kiefer mit Schokoladen-Nikolaus.
Stacey Blatt vor dem Video von Frederick Kiefer mit Schokoladen-Nikolaus.
Foto: FUNKE Foto Services
Kulturdezernent Thomas Krützberg regte Ausstellungsprojekt für das Gebäude an, dessen Abrissdatum noch nicht fest steht. Graffito folgt im Januar

Duisburg.  Wie lange das Gebäude der alten Zentralbibliothek noch steht, weiß niemand so genau. Jetzt gibt es eine Zwischenlösung ohne Sicherheitsauflagen: In zwei Fenstern zur Düsseldorfer Straße und zur Börsenstraße werden Videos von Künstlern gezeigt. Am Erdgeschoss soll ab Mitte Januar auch ein Graffito entstehen. „Das soll auch die Verschandelung aufhalten“, sagt Kulturdezernent Thomas Krützberg mit Blick auf die Fassade, die schon deutliche Zeichen des Verfalls zeigt. Er hatte die Idee, das Gebäude für ein Kunstprojekt zu nutzen. Die Kosten von 1900 Euro trägt der Kulturbeirat.

Kultubetriebe-Leiterin Karoline Hoell hatte bei der örtlichen Kunstszene angefragt, wie Krützbergs Vorschlag umgesetzt werden könne. Stacey Blatt und Elisabeth Höller organisierten kurzfristig die dritte „Kunstzwischenzeit“. „Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht“, sagt sie rückblickend auf Kunstprojekte in leer stehenden Ladenlokalen. 15 Duisburger Video-Künstler haben bereits zugesagt, weitere auch von außerhalb sollen bis Mitte Juni folgen. Die Installationen sollen jeweils mittwochs wechseln. Sie werden aus dem Inneren des Gebäudes auf die Scheiben projiziert und sind deswegen tagsüber leider nicht gut zu erkennen.

Zum Auftakt sind zwei Videos zu sehen, von denen einer passend zur Jahreszeit ausgewählt wurde. Frederick Kiefers blendet die Worte ein: „Jedes Jahr verschwinden über 2,5 Millionen Schokoladen-Nikoläuse.“ Zu sehen ist das explosive Ende der Figur. „Sommertagtraum“ von Lukas Loss zeigt einen einsamen Schwimmer im Freibad.

Außerdem nehmen teil die Künstler Susan Feind, Martin Gensheimer, Barbara Deblitz, Barbara Koxholt, Christina Böckler, Lukas Possin, Rona Rangsch, Johanna Schwarz, Ulrike Hoffmann, Anna Hilfrich und Sigrid Beuting.