Verein Traumzeitretter beerdigt Idee vom Weltmusikfestival 2012

Svenja Aufderheide
Die Traumzeitretter wollen das Festival weiterhin langfristig erhalten, wenn auch nicht mehr für 2012.
Die Traumzeitretter wollen das Festival weiterhin langfristig erhalten, wenn auch nicht mehr für 2012.
Foto: WAZ FotoPool
Die Traumzeitretter, die beabsichtigten das Weltmusikfestival 2012 doch noch in verkleinerter Form im Landschaftspark Nord stattfinden zu lassen, haben für dieses Jahr aufgegeben. Der Verein kritisiert die Mietbedingungen für den Park. Dennoch wollen die Mitglieder weiter für die Traumzeit kämpfen.

Duisburg. Die letzten Hoffnungen sind geplatzt. Die Traumzeitretter, die angetreten waren, das Weltmusikfestival Anfang Juli doch noch in verkleinerter Form im Landschaftspark Nord stattfinden zu lassen, geben auf. Zumindest für 2012. Schuld daran ist nach ihrer Ansicht die Stadt.

„Dem Verein wurde zwar der Landschaftspark Nord für den 7./8. Juli zur Miete angeboten, allerdings zu Bedingungen, die als inakzeptabel zurück gewiesen werden müssen“, schreibt der Verein auf seiner Homepage.

Es lasse kulturpolitische Verantwortung und Seriosität vermissen, wenn sich die Duisburg Marketing Gesellschaft (DMG), sprich die Stadt, als Veranstalter aus der Pflicht nehme, stattdessen diese Rolle allein von den Traumzeitrettern verlange und dazu noch fordere, dass es keinerlei Zusammenarbeit mit Tim Isfort als künstlerischem Leiter geben dürfe, finden die Traumzeitretter.

Helfende Hand ausgeschlagen

Isfort hatte das Festival 2009 als künstlerischer Leiter von Wilfried Schaus-Sahm übernommen und gegen die Absage der Traumzeit nach dem Ausstieg des Großsponsors RWE öffentlich protestiert.

Nach Meinung des Vereins würden so die letzten Chancen torpediert, doch noch ein weithin beachtetes Kulturfestival in einer kleineren Ausführung möglich zu machen: „Die über Monate den städtischen Funktionsträgern angebotene helfende Hand aus der Bürgerschaft ist ausgeschlagen.“ Statt sich kreative Gedanken zu eigen zu machen und die Stadtgesellschaft zu kulturellem Engagement zu mobilisieren, werde gebetsmühlenartig auf den Sparzwang verwiesen. „Mit dieser Froschperspektive ist das aufziehende kulturelle Debakel nicht zu bewältigen“, prognostizieren die Traumzeitretter.

"Die Lichter der Großstadt sollen gemeinsam leuchten"

Die Kultur samt der freien Szene in Duisburg dürfe nicht in die völlige provinzielle Bedeutungslosigkeit versinken. Der Verein Traumzeitretter werde auch weiterhin daran arbeiten, eines der letzten bedeutenden Duisburger Kulturevents vor dem Untergang zu bewahren. Dazu werde in den nächsten Wochen anlässlich der erwarteten Kultureinschnitte durch die Haushaltsbeschlüsse die Zusammenarbeit mit Kulturveranstaltern der Stadt verstärkt. „Oper und Philharmonie, Festivals, Clubs und freie Szene, Laienkultur, kulturelle Bildung und Filmforum - das alles gehört zu einer lebenswerten Stadt und lässt sich nicht gegeneinander ausspielen. Die Lichter der Großstadt sollen gemeinsam leuchten“, finden die Traumzeitretter.

Außerdem werde es „Traumzeit unterwegs“ geben: Das sind Konzertveranstaltungen im Herbst und Winter, die den Gedanken und die Strahlkraft des Festivals untrennbar mit der künstlerischen Leitung Tim Isforts bewahren sollen. Los damit geht es schon bei der Hofkultur in Ruhrort.

Privatisierung des Festivals

Der Verein werde auch weiterhin daran arbeiten, die Traumzeit zu retten. Wenn auch nicht mehr 2012. Aber 2013 und in den folgenden Jahren müsse es das wieder das Musikfest unter dem Hochofen in Meiderich geben. Eine Privatisierung des Festivals erfordere neue Ideen und Kräfte der Bürgerschaft und natürlich finanzielles Engagement. Aber die Stadt dürfe auch nicht aus der Verpflichtung entlassen werden