Verdächtige nach Duisburger Mafiamorden verhaftet

DerWesten
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Duisburg. In der italienischen Region Kalabrien sind am Donnerstag zehn mutmaßliche Mafiamitglieder festgenommen worden, darunter auch zwei Personen, die an dem mehrfachen Mord in Duisburg beteiligt gewesen sein sollen. 2007 waren vor einem italienischen Restaurant sechs Menschen erschossen worden.

Der Polizei ist offenbar in Italien ein Schlag gegen die Mafia gelungen. Das Landgericht in der süditalienischen Stadt Reggio di Calabria erließ am Donnerstag zehn Haftbefehle, darunter gegen zwei Personen, die in der Nacht zum 15. August 2007 mutmaßlich an der Tötung von sechs Italienern vor einem Duisburger Lokal beteiligt waren. Die übrigen Haftbefehle ergingen wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung nach Mafiaart oder deren Begünstigung, wie ein Sprecher der Duisburger Polizei weiter mitteilte.

Einem der Festgenommenen konnten die italienischen Ermittler die gleiche DNA nachweisen, die nach dem Mord in Duisburg in einer konspirativen Wohnung der Tatverdächtigen sowie in dem mutmaßlichen Tatfahrzeug gesichert worden war.

Durch Überwachung von Telefongesprächen und Internetkommunikation der Verwandten eines ebenfalls Beschuldigten erhielten die italienischen Strafverfolgungsbehörden weitere Hinweise auf die Tatbeteiligung des 38-Jährigen. So werde dieser als "Dummkopf" bezeichnet, weil er bei der Tat Spuren hinterlassen habe.

Als Haupttäter der Tötungsdelikte im August 2007 in Duisburg gilt bislang Giovanni S., der vor der Tat in Kaarst (Rhein-Kreis Neuss) zwei Pizzerien betrieben hatte. Hintergrund der Tat war eine Fehde zwischen zwei verfeindeten Familien der "Ndrangheta.

Giovanni S. war am 12. März 2009 in Amsterdam von der niederländischen Polizei festgenommen worden. Zuvor war im November 2008 der andere mutmaßliche Schütze, Giuseppe N., ebenfalls in Amsterdam gefasst worden. Ein Kronzeuge habe nun in Italien ausgesagt, dass sich N. ihm gegenüber damit gebrüstet habe, nicht nur an der Tat beteiligt, sondern sogar deren Drahtzieher gewesen zu sein. Er habe sich verärgert gezeigt, dass in den Medien immer wieder Giovanni S. als Hauptverdächtiger bezeichnet wurde. Dieser habe zwar auch bei dem Anschlag mitgewirkt, aber er, N., habe das Sagen gehabt. Den mutmaßlichen Haupttätern soll in Italien der Prozess gemacht werden. (ddp)