Van der Grinten stellt in Duisburg Graphiken aus und liest

Kleinformatige, zarte Grafiken aus fast 50 Jahren von Franz-Joseph van der Grinten sind nun an der Goldstraße zu sehen.
Kleinformatige, zarte Grafiken aus fast 50 Jahren von Franz-Joseph van der Grinten sind nun an der Goldstraße zu sehen.
Foto: FUNKE Foto Services
Als Vorbote des „Platzhirsch“-Festivals wird am Freitag im Künstlerhaus Goldstraße eine Ausstellungmit Werken von Franz-Joseph van der Grinten eröffnet.

Duisburg.. Der 1933 geborene Franz-Joseph van der Grinten und sein älterer, 2002 verstorbener Bruder Hans sind bekannt geworden durch ihre umfangreiche Beuys-Sammlung, die sie ab 1997 im Schloss Moyland ausstellten. Weniger bekannt ist, dass Franz-Joseph van der Grinten seine musischen Talente sowohl als Grafiker als auch als Dichter ausgelebt hat. Beide Seiten des Bauernsohns sind im Rahmen des „Platzhirsch“-Festivals rund um den Dellplatz zu erleben.

Franz-Joseph van der Grinten hat etwa 800 Gedichte verfasst

Die Ausstellung „Graphiken“ wird bereits am Freitag um 19 Uhr im Künstler- und Atelierhaus an der Goldstraße eröffnet. Und endet am letzten Festivaltag, 16. August, um 15 Uhr mit einer Lesung van der Grintens in seiner Ausstellung. Dabei stellt er Texte aus seinem Buch „Wort, Klang, Linie – Ausgewählte Gedichte“ vor, das 2013 zu seinem 80. Geburtstag vom Förderverein Museum Schloss Moyland herausgegeben worden ist. Seit 20 Jahren widme er sich hauptsächlich der Lyrik, sagte van der Grinten am Donnerstag bei einem Rundgang durch seine erste Ausstellung in Duisburg. Etwa 800 Gedichte habe er verfasst. 320 zu allen Themen des Lebens – von Liebe und Trauer bis hin zu Kunst und Landschaft – wurden fürs Buch ausgewählt. „Alle Kunst entspringt des selben Bedingungen und Gesetzmäßigkeiten – ob ein Bild, eine Sonate oder ein Gedicht“, sagt er.

Zuerst war die Liebe zur bildenden Kunst. Etwa ab 1950 habe er mit Linol- und Holzschnitten angefangen, später folgten Malerei und Radierungen. Die Arbeiten seien unabhängig von der frühen Freundschaft zu Joseph Beuys entstanden, sagt van der Grinten. Beuys habe seine Bilder allerdings gegen seinen Bruder Hans verteidigt. „Der mochte sie nicht und hat mir reingeredet, dass noch nicht genug drauf sei.“ Dem habe Beuys widersprochen: „Nein, so ist es richtig.“

Van der Grinten arbeitete als Kunsterzieher

Franz-Joseph van der Grinten hat von 1965 bis 1971 am Grillo-Gymnasium in Gelsenkirchen und von 1971 bis 1993 am Collegium Augustinianum Gaesdonck als Kunsterzieher gearbeitet. Einer seiner Schüler in Gelsenkirchen war Josef Tobias vom Verein Kultursprung, der das „Platzhirsch“-Festival veranstaltet. Vor zwei Jahren traf Tobias van der Grinten bei einer Ausstellung in Bonn wieder und lud ihn nach Duisburg ein.

Die Auswahl an Grafiken ab 1950 mit einer Gruppe von drei Frauen bis in die 90er Jahre zeigt kleinformatige Arbeiten auf Papier fast ausschließlich in Schwarz-Weiß „wie es dem geborenen Grafiker am nächsten liegt“, so van der Grinten.

Motive auf Strukturen reduziert

Zu den Motiven zählen Landschaften und Orte am Niederrhein, Architektur, aber auch abstrakte und ornamentale Motive. Die reduziert van der Grinten auf Strukturen, eine zentrale Rolle spielen die mal breiteren, mal ganz zarten Linien – von der exakt gezirkelten bis hin zur freien.

Die Ausstellung hat geöffnet am Freitag, 14. August, von 18 bis 20 Uhr, am Samstag, 15., sowie Sonntag 2., 9. und 16. August, von 14 bis 18 Uhr. Die Lesung und Finissage im Ausstellungsraum in der 1. Etage beginnt am 16. August um 15 Uhr.

 
 

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