Duisburg

Überraschendes Urteil im Duisburger Hundequäler-Prozess: Tränen bei den Angeklagten

Die Angeklagten Frank H. und Stefanie B. sind freigesprochen worden. (Archivbild)
Die Angeklagten Frank H. und Stefanie B. sind freigesprochen worden. (Archivbild)
Foto: Madeline Jäger
  • Wochenlanger Prozess ist beendet
  • Paar soll Hund mit Elektrohalsbändern um Hoden gequält haben
  • Gericht spricht die beiden frei

Duisburg. Der Vorwurf wog schwer: Frank H. und Stefanie B. sollen mit Elektrohalsbändern Hunde in ihrem Verein gequält haben. Am Montag ist nun das Urteil im Prozess gefallen - mit einer Überraschung.

Das Gericht sprach die beiden Angeklagten frei. Lediglich wegen Beleidigung musste Stefanie B. eine Geldstrafe zahlen. Nach der Urteilsverkündung flossen Tränen der Erleichterung bei den beiden Angeklagten. Das Gericht sah die Schuld der beiden nicht zweifelsfrei begründet und urteilte nach dem Motto „In dubio pro reo “ - Im Zweifel für den Angeklagten.

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Die Staatsanwaltschaft hatte bei Frank H. eine Gesamtfreiheitsstrafe von 10 Monaten auf Bewährung, bei Stefanie B. 6 Monate Gesamtfreiheitsstrafe auf Bewährung gefordert. Die Verteidigung hatte auf Freispruch für die beiden Angeklagten plädiert. Der Angeklagte hatte in seinen Schlussworten nochmal seine Unschuld beteuert: „So etwas ist gegen meine Moral. Unser 6-jähriges Kind war immer dabei, da fange ich nicht an Tiere zu quälen.“

Urteil im Hundequälerprozess in Duisburg

Damit hat ein wochenlanger Prozess sein Ende gefunden. Zuvor sagte am Montag noch ein Ausbilderwart aus, der vom Jahr 2000 bis 2015 im Duisburger Hundesportverein tätig war. Er berichtete, dass im Vereinsheim des Hundesportvereins ein Schild hing, dass auf ein Verbot von Elektrohalsbändern hinwies. Ihm sei in seiner Zeit der Einsatz solcher Methoden nie aufgefallen.

Ausbilder sah keine Auffälligkeiten

Die Hunde der beiden Angeklagten Frank H. und Stefanie B. seien immer mit Freude dabei gewesen, auch bei Prüfungen sei nichts verhaltensauffälliges bei den Hunden wahrzunehmen gewesen. „Wenn ich zu überregionalen Meisterschaften mit meinem Hund will, muss ich schon als Welpen Vertrauen zum Hund aufbauen“, erklärte der Ausbilder Franz S.

Zeugin lässt auf sich warten

Eine zweite Zeugin erschien erst mit Verspätung. Der vorbestrafte Angeklagte dazu sarkastisch: „Ich schreibe ein Buch, wenn das alles vorbei ist.“ Die Zeugin hatte über die Presse von dem Verfahren erfahren. Doch zum Verfahren beitragen konnte sie letztlich nichts. Sie sei einmal beim Hundesportverein der beiden Angeklagten gewesen, dort sei ihr von Elektrohalsbändern erzählt worden. Doch mit den Angeklagten habe sie damals weder gesprochen noch kenne sie die beiden.

Mehrere Wendungen im Prozess

Der wochenlange Berufungsprozess hatte immer wieder verschiedene Wendungen genommen. Zunächst sagte die Hauptbelastungszeugin aus, dass die Angeklagten ihre Hunde mit Elektrohalsbändern an Beinen und Hoden quälten, sodass diese wie am Spieß geschrien hätten.

Die Schwägerin des Angeklagten hatte zu Beginn des Prozesses Unverständnis über die Anklage geäußert und als Motiv Neid auf die sportlichen Erfolge der beiden Angeklagten genannt. Am vorletzten Prozesstag hatten wiederum eine Tierärztin und ein Polizeibeamter die Angeklagten schwer belastet.

 
 

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