Unterstützung für Schienenwerker

Mai-Kundgebung des DGB im Landschaftspark-Nord in Duisburg. Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
Mai-Kundgebung des DGB im Landschaftspark-Nord in Duisburg. Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
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Duisburg. Von Mai-Müdigkeit keine Spur: Die Kundgebung zum Tag der Arbeit mit anschließendem Familienfest im Landschaftspark zog am Dienstag wieder einmal um die 10 000 Besucher an. Top-Themen: gerechter Lohn – und die Zukunft des TSTG-Schienenwerks.

Hunderte Unterschriften für den Erhalt des von Schließung bedrohten Werkes in Bruckhausen hatte die Belegschaft schon um die Mittagszeit gesammelt. Unter den Unterstützern war auch NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD), der auch zu den Unterzeichner der „Marxloher Erklärung“ (siehe unten) gehört. „Die Leute kommen von allein zu uns, um zu unterschreiben“, beschrieb TSTG-Betriebsratsvorsitzender Heinz-Georg Mesaros die Stimmung rund um den Informationsstand der Schienenwerker. Inzwischen habe es weitere Gespräche über das Werk gegeben, dass nach dem Willen des Vorstandes des österreichischen Voest-Konzerns zum Jahresende geschlossen werden soll, obwohl es derzeit auf Hochtouren produziert. Auch von der Deutschen Bahn habe es Signale gegeben, dass das Staatsunternehmen die Bedeutung des einzigen deutschen Schienenwalzwerks inzwischen erkannt hat. Mesaros: „Das war vorher nicht so.“ Auch gebe es schon Anfragen zur Lieferfähigkeit im Jahr 2013. „Wir begleiten Euren Kampf, wir sind auf Eurer Seite“, rief DGB-Vorsitzender Rainer Bischoff unter kräftigen und lang anhaltendem Applaus der TSTG-Belegschaft von der Rednertribüne zu.

Hauptrednerin zu Füßen der historischen Hochöfen war in diesem Jahr Dorothea Schäfer, NRW-Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Heftige Kritik übte sie an Sparvorgaben für die gebeutelten Länder im Süden Europas. Ihr Vorwurf: „Der Markt, nicht der Mensch, ist das Maß der Dinge der geworden.“ Statt rigider Sparpolitik, die zum Arbeitsplatzabbau und zu Verarmung führe, sei ein neuer Marshallplan erforderlich: „Wir müssen Europa wieder aufbauen.“ An Kanzlerin Merkel appellierte sie, sich für einen gesetzlichen Mindestlohn einzusetzen.

Aus Sicherheitsgründen war in diesem Jahr die Bühne verlegt – eine Folge verschärfter Regeln seit der Loveparade-Katastrophe. Informationsmöglichkeiten und kulinarisches Angebot waren bunt wie immer: Kurdische Köstlichkeiten und Cocktails, Teigtaschen und Thai-Curry, Pommes und Pils – für jeden Geschmack etwas. Ebenso an den Ständen der einzelnen Gewerkschaften, Parteien, Parteiungen und Betriebsgruppen. Die Mittal-Jugend informierte über Stahlberufe, die Thyssen-Krupp-Belegschaft bat zum Überstreifen der schweren silbernen Hochofen-Schutzkleidung.

 
 

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