Universitäts-Verbindungsbüro wirbt in Brasilien um Studenten

Brasilianische Stipendiaten der UDE und anderer NRW-Universitäten trafen sich am Mercatorhaus der Uni an der Lotharstraße. Thyssen-Krupp informierte dort über die Chancen für Werksstudenten und junge Ingenieure.
Brasilianische Stipendiaten der UDE und anderer NRW-Universitäten trafen sich am Mercatorhaus der Uni an der Lotharstraße. Thyssen-Krupp informierte dort über die Chancen für Werksstudenten und junge Ingenieure.
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Das Verbindungsbüro der Ruhruniversitäten wirbt in Rio de Janeiro erfolgreich um kluge Köpfe. Duisburg gehört zu ihren beliebtesten Zielen.

Duisburg.. Um kluge Köpfe für die Ingenieur- und Naturwissenschaften wirbt die Universität Duisburg-Essen im Ausland. Verbindungsbüros in Rio de Janeiro, New York und Moskau für die Universitätsallianz-Ruhr (Duisburg-Essen, Bochum, Dortmund) informieren Studenten, Stipendiaten und Doktoranden über die Möglichkeiten, im Revier ihre Karriere zu starten oder fortzusetzen. Die erfolgreiche Arbeit der „Außenminister“ zeigte sich jetzt bei einem Treffen brasilianischer Stipendiaten auf dem Duisburger Campus. Der rangiert auf der Beliebtheitsskala junger brasilianischer Wissenschaftler auf Rang vier nach München, Aachen und Dresden.

Gern gesehen sind sie auch Thyssen-Krupp-Steel als Praktikanten, Werksstudenten oder Trainees, wie Recruiting-Chef Rico Gerstenberg im Mercatorhaus auf dem Campus betont: „Wir vergeben 250 bis 300 Hochschulpraktika pro Jahr und Themen für rund 100 Abschlussarbeiten und Promotionen. Davon lebt unsere Forschung und Entwicklung und daher holen wir auch einen Teil unseres Know-Hows.“

Zwölf bis 18 Monate Aufenthalt finanziert der brasilianische Staat seinen Stipendiaten, aktuell studieren 15 in Duisburg. Auch Bewerber aus anderen Studiengängen wie Jura und Medizin, selbst Geisteswissenschaftler sind bei TKS gern gesehen, betont Gerstenberg: „Bei Innovation und Ideenfinden setzen wir auf interdisziplinäre Teams.“ Brasilianische Namen sind in der Stammbelegschaft längst keine Seltenheit mehr. Auch Janaina Brum begann als Praktikantin, seit drei Jahren ist die Metallurgin nun als Ingenieurin in der Produktion tätig. „Mir gefällt es hier sehr gut, ich werde in Duisburg bleiben“, sagte sei beim Empfang im Mercatorhaus.

Rezession in Brasilien hat Folgen für die Bildungsetats

„Das ist ein schöner Erfolg“, sagt Dr. Stephan Hollensteiner zu 330 jungen Brasilianern, die er ins Ruhrgebiet vermitteln konnte. „Der Bau des Stahlwerks bei Rio hat nicht so sehr Duisburg als Stadt, aber Thyssen-Krupp als Unternehmen in Brasilien bekannt gemacht. Aber das Ruhrgebiet ist schon ein Thema“, sagt der Sozialwissenschaftler, der seit viereinhalb Jahren das Verbindungsbüro der Ruhrunis in Rio leitet. Die Brasilianer stellen die größte Stipendiaten-Gruppe an der UDE, auch Bochum schafft es im Ranking der beliebtesten Zielorte unter die Top 10.

Weil es in Folge der gravierenden politischen und wirtschaftlichen Krise in Brasilien auch Kürzungen im Bildungsbereich gibt, könnten künftig weniger Brasilianer nach Duisburg kommen. „Die Hochschulexpansion stockt“, sagt Hollensteiner, der künftig noch stärker als Berater gefragt sein wird: „Den Stipendiaten bleiben co-finanzierte Programme über den Deuschen Akademischen Austauschdienst.“

Prof. Dr. Rüdiger Deike neuer wissenschaftlicher Leiter des Verbindungsbüros

Prof. Dr. Rüdiger Deike vom Lehrstuhl für Metallurgie an der UDE ist nun auch wissenschaftlicher Direktor des Verbindungsbüros der Universitätsallianz Ruhr (UA) in Rio.

Der 57-Jährige, der für eine Kooperation mit TKS seit Jahren in Brasilien unterwegs ist, will den Austausch von Studenten und Wissenschaftlern auch mit anderen südamerikanischen Ländern weiter ausbauen.

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