Uni Duisburg-Essen will junge Firmen künftig besser fördern

Aus seiner Idee für ein Wellenkraftwerk hat Jan Peckolt (Mitte) das Start-up Nemos gemacht. Davon berichtet er NRW-Wirtschaftsminister Minister Garrelt Duin (SPD, r.) bei einem Besuch in Duisburg,
Aus seiner Idee für ein Wellenkraftwerk hat Jan Peckolt (Mitte) das Start-up Nemos gemacht. Davon berichtet er NRW-Wirtschaftsminister Minister Garrelt Duin (SPD, r.) bei einem Besuch in Duisburg,
Foto: Fabian Strauch
  • Die Universität Duisburg-Essen will stärker vom Wissen ihrer Studierenden profitieren
  • Damit sie aus ihren Ideen Unternehmen machen, verstärkt die UDE die Gründer-Förderung
  • Im nächsten Jahr startet auch ein neuer Masterstudiengang „Innopreneurship“

Duisburg.. Die Universität Duisburg-Essen will ihre Anstrengungen verstärken, studentische Gründer von Firmen in der Stadt oder im Umfeld zu halten. Bei der Suche nach Kooperationspartnern und Geldgebern wird die Hochschule den Blick verstärkt auf das Rheinland werfen. Eine zentrale Rolle spielen der nördliche Bereich der Wedauer Bahnflächen. Auf rund 40 Hektar soll hier Raum für junge Unternehmen entstehen. Keimzelle der Entwicklung könnte ein 3-D-Druckzentrum sein, das Areal soll eine Scharnierwirkung zwischen Rheinland und Ruhrgebiet entfalten. „Wir wollen die innovationsbasierte Wirtschaft ausbauen, die Vernetzung mit der Wissenschaft stärken“, sagt Wolf-Thomas Nußbruch, Manager für Innovationstransfer und Gründungscoach vom Innovations-Hub der Uni.

Die Bemühungen der Hochschule, Firmen zu fördern, die aus studentischen Ideen entstehen, gibt es seit fast 20 Jahren. „Seither zählen wir rund 160 Gründungen“, bilanziert Nußbruch. Grund zum Stolz, weil viele davon längst erfolgreich etabliert oder auf einem verheißungsvollen Weg sind wie etwa „Nemos“, mit der Jan Peckolt an einem Gezeitenkraftwerk baut. Aber kein Grund zur Zufriedenheit für den Gründungscoach: „Wir haben auf dem Duisburger Campus allein bei den Ingenieur-Wissenschaften 10 000 Studenten, das ist eine Chance, die wir viel stärker nutzen sollten“, sagt Nußbruch. Trotz eines wirtschaftlichen Umfelds mit dem Firmen-„Who is Who“ aus DAX und MDAX sei die Gründungskultur unterentwickelt, konstatiert er. Zu viel Know-How wandere zudem aus dem Revier ab: „Dass die Münchner und Berliner den Leuten Geld hinterherwerfen, ärgert uns.“

Im Rheinland gibt es Geld, das in Duisburg gut investiert werden könnte

Ein Grund, den Blick Richtung Süden zu richten, sei der Jungunternehmergeist, der sich um die Universitäten Düsseldorf und Köln entwickelt habe. „Die suchen sich Leute mit Geld, während das Ruhrgebiet nach wie vor zu sehr auf Förderung setzt“, analysiert Nußbruch. „Es gibt im Rheinland viel Geld und man hat bemerkt, dass man es hier investieren kann.“

Die Universität wird ihr Anstrengungen verstärken, um davon zu profitieren: Um aus Studierenden „Innovatoren“ zu machen, wird 2017 ein neuer Master-Studiengang „Innopreneurship“ eingerichtet. Gemeinsam mit Köln, Düsseldorf und Bochum plant die Uni ein Programm, in dem Gründern Experten als Mentoren und Firmen als Partner zur Seite gestellt werden. An der Bismarckstraße werde Anfang 2017 ein „Maker Lab“ eingerichtet, in dem Studenten an ihren Idee feilen können.

Auf den Wedauer Bahnflächen ist Platz für Zukunftsprojekte

Zentrale Bedeutung haben die Wedauer Bahnflächen, „X-Innovation“ lautet der Arbeitstitel des Projekts. „Ein 3-D-Druckzentrum würden wir gern machen“, sagt Nußbruch. Mit Prof. Dr. Gerd Witt lehrt einer der führenden Fachleute auf diesem Gebiet an der UDE. Druckbare Elektronik ist ein weiteres Thema für Entwicklungen unter dem Dach des einstigen Ausbesserungswerks. Im Gespräch ist die Hochschule mit Unternehmen, die sich hier engagieren könnten mit eigenen Forschungsaktivitäten. „Es gibt positive Signale“, sagt Nußbruch. Gleichzeitig verhandelten Universität und Stadt über einen gemeinsamen Weg für die schnelle Entwicklung der Fläche.

 
 

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