Unbeschreiblich weiblich

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Eine Frau malt Frauen. Das ist selten genug, aber nicht der einzige Grund, warum Elvira Bach eine Sonderstellung in der Kunstwelt einnimmt. „Wer Kunst macht, muss konsequent sein“, sagt die einstige „Junge Wilde“, die 1982 an der der Documenta 7 teilnahm. Tatsächlich beeindruckt sie mit der Konsequenz, mit der sie sowohl ihre malerische Handschrift als auch ihre Themen pflegt. Die wohl bekannteste deutsche Malerin kommt heute um 18 Uhr zur Eröffnung ihrer Ausstellung in die Kunsthandlung Kugel an der Friedrich-Wilhelm-Straße 76.

Fesselnde Persönlichkeiten

1951 im Taunus geboren (mit einer Zwillingsschwester, also stets einem weiblichen Gegenüber), studierte sie nach einer Station an der Glasfachschule in Hadamar von 1972 bis 1979 an der Kunsthochschule in Westberlin bei Hann Trier. Dass sie während dieser Zeit an der Schaubühne als Requisiteurin und Souffleuse ihren Lebensunterhalt verdiente, ist bis heute in ihren Bildern spürbar – in der Lust an Kostüm und Maske, an der Pose und an Geschichten, die sie in ihren Bildern erzählt.

Die Frauen, die sie mit ihrem kraftvollen neoexpressionistischen Stil auf die Leinwand bringt, sind auffällig gekleidet, geschminkt, geschmückt und frisiert. Stets tragen sie hochhackige Schuhe, stets präsentieren sie sich selbstbewusst und schauen den Betrachter an. Dennoch bleiben sie geheimnisvoll. Was verbirgt sich hinter den Blicken dieser Frauen, in denen keinerlei Heischen um Bewunderung liegt? Der energische, klare, sichere Strich, die starke Farbigkeit, diese Persönlichkeiten, für die die Leinwände zu klein scheinen, sie fesseln auf ihre unbeschreiblich weibliche Art.

Elvira Bachs erzählt Geschichten: Von einer Frau, die mit Pfeilen durchbohrt ist wie der heilige Sebastian – hat hier Liebesgott Amor gezielt? Von einer Eiskunstläuferin, die ein Tutu aus gezacktem Eis trägt. Von der Schönen, die wie Goyas nackte Maja lasziv die Arme hinter dem Kopf verschränkt hat und eher kühle Erotik ausstrahlt.

Neben diesen Bildern, auf denen stets eine Frau die absolute Hauptrolle spielt, gibt es eine Barszene: Hier geht es hoch her, die Frauen tanzen auf den Tischen – Elvira Bach kann auch augenzwinkernd.

Die Ausstellung bleibt bis zum 7. Dezember.

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