Duisburg

Übertriebene Polizeigewalt in Bruckhausen? Neues Video aus Überwachungskamera aufgetaucht

Vor diesem Hauseingang eskalierte am Sonntagabend ein gewöhnlicher Polizei-Einsatz.
Vor diesem Hauseingang eskalierte am Sonntagabend ein gewöhnlicher Polizei-Einsatz.
Foto: Franziska Bombach

Duisburg. Ein Polizeieinsatz am Sonntagabend in Bruckhausen schlägt Wellen: Eine einfache Verkehrskontrolle an der Reinerstraße eskalierte derart, dass am Ende ein Groß-Einsatz der Polizei stand. Den Beamten gegenüber: ein Mob von - nach Polizeiangaben - 250 aufgebrachten Menschen.

Jetzt ist ein weiteres Video des Vorfalls im Netz aufgetaucht, auf dem zu sehen ist, dass die Polizisten wohl ziemlich rabiat vorgegangen sind. Die Bilder stammen aus einer Überwachungskamera im Flur des Hauses, an dem der Einsatz stattfand.

Zu sehen sind der Beschuldigte, der zuvor seinen Wagen falsch geparkt hatte, sowie mehrere Polizisten. Der Falschparker geht rückwärts ins Haus, spricht offenbar mit den Beamten. Was er sagt, ist nicht zu hören.

Plötzlich stürmen die Polizisten nach vorn in den Flur. Einer nimmt den Mann in den Schwitzkasten, eine Polizistin hält ihn am Arm fest.

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Ein weiterer Beamter tritt dem Mann die Beine weg, bis er fällt. Dann sieht es so aus, als trete einer der Polizisten dem Mann am Boden gegen den Kopf. Er bleibt eine Weile regungslos liegen, bevor ihn die Beamten fixieren. Der Beschuldigte hält sich den Kopf. Nach dem Vorfall musste er ins Krankenhaus.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Polizisten

Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft Duisburg gegen die Polizisten. Sie prüft, wie aus einem einfachen Knöllchen wegen Falschparkens solche Szenen entstehen konnten.

„Wir haben Videomaterial erhalten, das jetzt ausgewertet wird“, bestätigt Staatsanwältin Jennifer König gegenüber DER WESTEN. Ermittelt werde sowohl gegen einige der anwesenden Zivilpersonen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte als auch gegen Polizisten wegen Körperverletzung im Amt.

Zudem habe der geschädigte Falschparker am Mittwoch Strafanzeige gestellt.

Anderes Video zeigt, wie die Situation eskalierte

Auf einem Handyvideo, das zuvor im Internet aufgetaucht war, ist zu sehen und zu hören, was vorher geschah: Der Beschuldigte geht von seinem Auto weg, das er nach Angaben seines Sohnes Murat K. nur kurz dort geparkt haben soll, um eine Wasserpumpe auszuladen.

Der Mann soll sich laut Polizei geweigert haben, seine Personalien vorzuzeigen und das Auto wegzufahren.

Beschuldigter hört zunächst nicht auf die Polizei

Tatsächlich kommt der Beschuldigte den Aufforderungen der Polizisten zunächst auch nicht nach. Besonders aggressiv wirkt er aber auch nicht. Er dreht den Kopf weg, murmelt etwas und geht zunächst zum Haus. Daraufhin sagt ein Polizist laut und deutlich: „Hören sie auf. Sie hören ja überhaupt nicht auf die Polizei.“

Dann hält der Polizist den Mann auf. Er greift den Mann und schiebt ihn von der Tür weg. Drei weitere Personen helfen dem Mann. Es gibt ein Handgemenge. Dann endet das Video. Die Aufnahmen der Überwachungskamera scheinen relativ nahtlos dort anzusetzen, wo das erste Video aufhört.

Polizeigewalt: Mehr als Pfefferspray?

Laut Polizei sollen sich im Laufe des Einsatzes bis zu 250 Menschen an der Reinerstraße versammelt haben. Mit Pfefferspray beendeten die Beamten den Tumult.

Das Video aus der Überwachungskamera im Flur legt nahe, dass dies nicht die einzige Gewaltanwendung der Polizei an diesem Sonntagabend war.

 
 

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