TSTG-Belegschaft gibt nicht auf

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Duisburg. Seitdem die Schließungspläne des österreichischen Stahlkonzerns Voest-Alpine bekannt geworden sind und die rund 450 Mitarbeiter des Duisburger Schienenherstellers TSTG von der Arbeitslosigkeit bedroht sind, geben sich Kommunal-, Landes-, und Bundespolitiker in Bruckhausen die Klinke in die Hand. Am Montag besuchte NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) das Werk und informierte sich bei der Belegschaft und dem Betriebsrat „nach dem Stand der Dinge“.

„Ich habe mir ein Bild der Maßnahmen von Voest-Alpine machen können und finde diese unmöglich. Dass der österreichische Konzern schlechthin das Werk in Duisburg schließen will ist inakzeptabel“, erklärte Minister Schneider nach seiner Werksbesichtigung.

"Alles versuchen, den Standort Duisburg zu sichern"

Die TSTG sei für Nordrhein-Westfalen von strategischer Bedeutung. Deshalb würde die Landesregierung jetzt den Kontakt zu Voest-Alpine suchen „und alles versuchen, den Standort Duisburg zu sichern“, so Schneider. Der Arbeitsminister betonte zudem, dass die Österreicher zu einem Verkauf bereit wären, wenn der neue Besitzer keine Schienen herstelle. „Diese Bedingung ist eine Gaunerei. Das wäre der Untergang der TSTG“, ärgerte sich Schneider.

Der Arbeitsminister nutzte nach eigenen Aussagen den Werksbesuch nicht nur, um sich „von der hiesigen Technologie und dem Know-how zu überzeugen“, sondern sondierte mit dem Betriebsrat auch verschiedene Perspektiven für den Standort Duisburg. Über welche möglichen Lösungen sich Schneider mit der Belegschaft ausgetauscht hat, wollte er gegenüber der Presse nicht bekannt geben. Zugleich betonte er, dass die Deutsche Bahn aktiv werden sollte, wenn sie weiterhin „beste Qualität aus Deutschland haben will.“

Keine Versprechen gegeben

Schneider, der vor seiner Berufung zum Arbeitsminister selber Vorsitzender der nordrhein-westfälischen DGB gewesen ist, betonte, dass er dem Betriebsrat keine Versprechen gegeben habe, wohl aber seine Möglichkeiten nutzen will, „um in Österreich zu intervenieren und vor allem einen besseren Informationsfluss herzustellen.“ Es sei unverantwortlich und inakzeptabel, dass die Belegschaft nicht über die Pläne des Mutterkonzerns informiert werde.

Betriebsratsvorsitzender Heinz-Georg Mesaros hat angesichts des breiten politischen Interesses an der Rettung der TSTG Hoffnung auf ein versöhnliches Ende für die Belegschaft: „Wir sind in Gesprächen mit dem Mutterkonzern. Ich habe den Eindruck, in Österreich wird man langsam nervös. Noch ist nichts verloren.“

Vielleicht wird schon am 11. Mai in Linz (Österreich) eine Lösung gefunden. Dann treffen sich nach WAZ-Informationen der Vorstand der Voest-Alpine und die IG-Metall zu einem Gespräch.

 
 

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