Duisburg

„Tropical Islands“ mitten in Duisburg? Was hinter der Idee des FDP-Politikers steckt

Thomas Wolters wünscht sich einen Aquapark der Marke „Tropical Islands“ in Duisburg.
Thomas Wolters wünscht sich einen Aquapark der Marke „Tropical Islands“ in Duisburg.
Foto: Montage: dpa / Thomas Wolters
  • Ein Freizeitpark wie „Tropical-Islands“ auf dem Gelände der Loveparade-Katastrophe?
  • Mit diesem Vorschlag löste Thomas Wolters eine kontroverse Diskussion aus
  • Im Interview mit DER WESTEN verteidigt der FDP-Politiker seine Idee

Duisburg. Sandstrände, Wasserrutschen und Palmen soweit das Auge reicht. Wenn es nach Thomas Wolters geht, soll auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs in Duisburg ein Aquapark entstehen. Vorbild für die Idee des Kreisvorsitzenden der Duisburger FDP ist das „Tropical Islands“ in der Nähe von Berlin.

In den sozialen Medien diskutierten die Duisburger den Vorschlag äußerst intensiv und emotional. Schließlich geschah an diesem Ort die Loveparade-Katastrophe.

Während der Stadtrat für das geplante Shopping-Center des Grundstückbesitzers gestimmt hat, erklärt Wolters im Interview mit DER WESTEN, warum er dagegen ist und was für einen Freizeitpark an der A59 spricht.

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Thomas Wolters, Sie haben vorgeschlagen ein „Tropical Islands“ auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs in Duisburg zu errichten. Warum?

Thomas Wolters: Bisher gab es für dieses Gelände viele Ideen, die mich alle nicht überzeugt haben. Mein Eindruck ist, dass es den Duisburgern ähnlich geht. Ein Aquapark würde hingegen alles vereinen, was Duisburg benötigt.

Was wäre das?

Wolters: Einerseits würden mit dem Projekt Arbeitsplätze geschaffen und es ließe sich Geld verdienen. Außerdem würde ein Aquapark das Image der Stadt enorm aufbessern. Viele verknüpfen Duisburg mit Arbeitslosigkeit, fehlgeschlagener Integrationspolitik und klammen Kassen. Ein solcher Freizeitort wäre genau das Richtige, um gegen die Melancholie der letzten Jahre anzukämpfen.

Im „Tropical Islands“ bei Berlin kostet ein Tagesticket für Erwachsene 42 Euro. Wer soll sich sowas leisten?

Wolters: Das Angebot wäre natürlich nicht mit einem städtischen Schwimmbad zu vergleichen. Es geht eher darum, den Duisburgern den Kurz-Urlaub vor die Tür zu holen. Der Eintritt wäre definitiv günstiger, als weiter wegzufahren.

In Bochum konnte sich das Spaßbad „Aquadrom“ nicht halten. Sehen Sie überhaupt einen Markt für einen Freizeit-Tempel in Duisburg?

Wolters: Den Markt sehe ich definitiv. Der neue Aquapark würde eine Strahlkraft weit über das Ruhrgebiet hinaus bis in die Niederlande haben. Das ist ein enormes Einzugsgebiet. Selbstverständlich kann jedes Projekt scheitern. Das gilt allerdings genauso für das Outlet-Center. Von einer guten Marketing-Kampagne könnten letztlich sowohl Duisburg als auch die gesamte Region profitieren.

Für wie realistisch halten Sie es denn, Investoren für einen Aquapark zu finden?

Wolters: Das Ganze ist bisher nur eine Idee. Bisher habe ich mich mit niemandem offiziell darüber ausgetauscht. Dazu fehlt mir auch das Mandat. Als Oberbürgermeister würde ich auf jeden Fall als erstes das Gespräch mit Grundstücksbesitzer Kurt Krieger suchen. Nach meinem Vorschlag bei Facebook habe ich allerdings bereits eine Nachricht einer Gesellschaft erhalten, die solche Aquaparks bauen.

Das Gelände ist eher schmal – wäre es architektonisch überhaupt möglich, ein solches Gebäude dort zu errichten?

Wolters: Das Gebäude soll ja nicht eins zu eins kopiert werden. „Tropical Islands“ ist nur ein Symbol, um die Dimensionen aufzuzeigen. Es könnte genauso gut eine lange, schmale Halle entstehen, die den örtlichen Gegebenheiten angepasst ist.

Ein Vergnügungstempel am Ort der Loveparade-Katastrophe - kann das funktionieren?

Wolters: Es geht bei dem Vorschlag nicht darum, die Tragödie zu vergessen. Die Gedenkstätte muss auf jeden Fall erhalten bleiben. Das Gelände ist allerdings so groß, dass der Aquapark auch nicht genau an der Unglückstelle erbaut werden muss. Drumherum könnte ich mir zudem einen weitläufigen Park vorstellen.

 
 

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