Tritt für Tritt durch die Metropole

Im WAZ-Test:  Der Metroradruhr-Fahrradverleih. Foto: Stephan Eickershoff
Im WAZ-Test: Der Metroradruhr-Fahrradverleih. Foto: Stephan Eickershoff
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg. Seit Juli 2010 befindet sich keine 50 Meter von der WAZ-Redaktion entfernt eine von insgesamt elf Duisburger Metropolradruhr-Stationen, an denen man sich für einen Euro pro Stunde ein Rad mieten kann. Doch wie funktioniert das? Die WAZ machte den Test.

Zunächst muss per Telefon, Internet oder in der Touristeninformation im City-Palais eine Anmeldung erfolgen. Dabei werden die Mobiltelefonnummer, Anschrift und Kontodaten erfasst. Nur wenige Sekunden später werden per SMS und E-Mail der PIN für das Onlinekundenkonto und die weiteren Schritte zur Nutzung des Leihgefährts mitgeteilt. Sofern keine Kreditkarte vorhanden, muss durch die Überweisung eines Startguthabens von einem Euro die Bankverbindung bestätigt werden. Das dauert im Normalfall drei Tage. Erst danach, kann eine der Radstationen angesteuert werden. Dort heißt es dann: die Hotline anrufen und die Nummer des gewünschten Rads angeben.

Die Geheimnummer des Fahrradschlosses wird per SMS mitgeteilt. Nachdem die Sattelhöhe dank des Schnellspanners bequem angepasst wurde, geht es los. Der erste Eindruck ist gut. Die Vorderrad- und die Rücktrittbremse funktionieren einwandfrei, das Tretlager läuft rund und das Halogenfrontlicht und das Rücklicht werden von einem Dynamo in der Felge betrieben.

An der Ausstattung wurde nicht gespart

An der Ausstattung (Shimano) wurde nicht gespart. Anstelle eines Gepäckträgers bietet ein großer Korb vor dem Lenker Verstaumöglichkeiten. Dieser stört auch beim Fahren nicht. Abnutzungserscheinungen sind nicht auszumachen. Nichts wackelt oder schleift, das Profil der breiten Reifen ist fast unbenutzt, so dass selbst auf Schotterwegen die Kurvenfahrten problemlos klappen. Unebenheiten oder Kopfsteinpflaster werden vom weichen Sattel abgefedert, der allerdings für das schmalere Hinterteil etwas zu breit ist.

Einzig und allein an der Narbenschaltung ist zu bemängeln, dass sie nur drei Gänge aufweist. So lässt sich zwar auch der Schlackeberg im Landschaftspark Nord im ersten Gang erklimmen und auf abfälliger Strecke im dritten Gang beschleunigen, aber für geringere Steigungen ist der zweite Gang zu schwer und der erste Gang zu leicht zu treten.

Radstationen sind leicht zu finden

Die Metropolradruhr-Bikes sind mit einem im Rahmen eingebauten, orangefarbenen Schild versehen, so dass sie schnell ins Auge fallen und die Radstationen leicht zu finden sind. Gegenüber vom Forum an der Sparkasse befindet sich eine der Stationen in der Innenstadt – weitere am Stadttheater, am Lehmbruck-Museum, sowie am Dellplatz. Alle nur wenige hundert Meter voneinander entfernt. Drei weitere stehen entlang des Innenhafens.

Wer also den Weg zur Arbeit vom Bahnhof ins Büro oder vom Shoppen im Forum zu einer Erfrischung am Innenhafen auf sich nimmt, kann die Strecke bequem mit dem Rad zurücklegen. Ebenso der Weg vom Kinobesuch oder einem abendlichen Bier am Dellplatz zum Bahnhof. Genauso dient das Mietrad dem sportlichem Wochenendausflug zum Landschaftspark Nord, wo sich eine weitere Station direkt an der Route der Industriekultur befindet. Dank des transportablen Fahrradschlosses kann man das Rad auch unterwegs guten Gewissens abstellen.

Anruf bei Hotline genügt

Am Ziel angekommen, genügt ein Anruf bei der Hotline, um das Rad an einer Radstation als „Abgegeben“ zurückzumelden. Das Geld wird bequem per Lastschrift vom Konto oder der Kreditkarte abgebucht.

Die Anmeldung erfolgt per Telefon: 030/69 20 50 46, im Internet: www.metropolrad-ruhr.de oder in der Touristeninformation im Visitorcenter im City-Palais. Bisherige Stationen in Duisburg: Dellplatz, Hauptbahnhof Haupteingang und Osteingang, Busbahnhof, Landschaftspark Nord, Lego Discovery Center, Lehmbruck-Museum, Schwanentor, Sparkasse Duisburg/Forum, Stadttheater und die Synagoge am Innenhafen. Geplante Stationen: Kuhtor, Meiderich Bahnhof, Museum Küppersmühle, Rathaus/ Kuhstraße.