Traumzeit-Festival in Duisburg hängt weiter am seidenen Faden

War die Traumzeit 2011 - hier Kyaw Myo Naing bei dem Auftritt in der Giesshalle - vielleicht das letzte Festival?
War die Traumzeit 2011 - hier Kyaw Myo Naing bei dem Auftritt in der Giesshalle - vielleicht das letzte Festival?
Foto: WAZ FotoPool
Noch immer gibt es keinen neuen Sponsor für das Traumzeit-Festival in Duisburg. Nach dem Absprung von RWE fehlen dem Festival rund 230.000 Euro. Nun will Kulturdezernent Karl Janssen gemeinsam mit Festival-Fachleuten eine neue "Deadline" festlegen. Zentrale Frage dabei: "Was geht bis wann?"

Duisburg. Das Festival „Traumzeit“ hängt weiter am seidenen Faden. Was niemand bestätigen möchte, aber erkennbar ist: Ob der Faden reißt oder hält, wird erst nach dem Wahltag 12. Februar entschieden.

Nachdem sich kein neuer Sponsor gefunden hat, will Kulturdezernent Karl Janssen in dieser Woche mit den Festival-Fachleuten eine neue „Deadline“ festlegen. Zentrale Frage dabei ist: „Was geht bis wann?“, so Janssen.

Konstruktive Gespräche und Transparenz

Der künstlerische Leiter Tim Isfort, der schon jetzt nicht mehr bezahlt wird, wurde bisher nicht in derartige Beratungen einbezogen. Für ihn konzentriert es sich auf die Frage, ob Duisburg eine „Traumzeit“ will oder nicht: „Wenn man das Festival will, dann muss es ein klares Bekenntnis und Taten geben.“ Für ihn sehe es aber viereinhalb Monate nach dem Absprung des Sponsors RWE und der damit entstehenden Finanzierungslücke von 230.000 Euro so aus, dass man das Festival nicht wolle. „Ich stelle seit Monaten Fragen und wünsche mir konstruktive Gespräche sowie Transparenz.“

Er respektiere – bei aller Neugestaltung – das Erbe des mittlerweile im 16. Jahr befindlichen Festivals sehr: „Ich habe eine Verantwortung übernommen und denke nicht daran, den Umwandlungsprozess auf halber Strecke aufzugeben. Die Traumzeit hat ihr Potenzial noch gar nicht richtig entfaltet – sie kann noch viel mehr ,Festival’ werden und an überregionaler Ausstrahlung gewinnen.“ Sowohl in Moers als auch bei anderen Festivals erlebe er, dass Städte solchen Kulturereignissen viel mehr Bedeutung beimessen und entsprechenden Rückhalt geben.

 
 

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