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Tourismus-Studie - Duisburg als Ziel im Revier

09.03.2012 | 06:00 Uhr
Im Landschaftspark Nord werden weitere Bunker freigegeben. Am 25. März gibt es eine Kunstaktion.Foto: Thomas Berns

Duisburg.  Duisburg präsentiert sich auf der Internationalen Tourismus-Börse ITB in Berlin. Dort wurde auch eine Studie vorgestellt, nach der die Loveparade-Tragödie im Image der Stadt ein zunehmend geringere Rolle spielt.

Gleich nebenan lockt das Weinland Hessen. Wer mag, kann sogar Äppelwoi probieren. Die Metropole Ruhr wirbt mit einer geballten Ladung Industriekultur. Dass die Duisburg Marketing Gesellschaft (DMG ) auf der kunterbunten, weltgrößten Tourismusmesse ITB in diesem Umfeld mit dem Thema „Duisburg nach der Katastrophe“ an die Öffentlichkeit geht, ist mutig.

Präsentiert wird die zweite Studie des Institutes für Management und Touristik (IMT) der FH Westküste, das 818 Personen nach ihren spontanen Assoziationen zu Duisburg befragte. Ergebnis: Bundesweit verblasst die Erinnerung an das Loveparade-Unglück. Und das Verhalten von Ex-OB Adolf Sauerland samt Abwahlverfahren spielt in der nationalen Wahrnehmung keine Rolle. Das Image der Stadt hat kaum darunter gelitten, glaubt der Verfasser der Studie, IMT-Chef- Prof. Bernd Eisenstein. Und rät dazu, verstärkt auf die Kultur zu setzen.

Kunstwerke im Bunker

Neuigkeiten verkündete auch der Landschaftsparks Nord, in Berlin. Zum Beispiel die Installation „Kunstwerk 2012“, die einen bisher verschlossenen Bunker künstlerisch inszeniert. Und: Bis 2014, zum 20. Parkgeburtstag, soll die weltweit beachtete Lichtinstallation von Jonathan Park auf LED-Technik umgestellt sein. In diesem Jahr will man weitere Bereiche begehbar machen und mit einem neuen Info-System ausstatten, bei dem Smart-Phone-Besitzer über QR-Codes multimediale Informationen an den Standorten abrufen können.

Bereits im Oktober 2010 hatte die DMG das IMT beauftragt, die Auswirkungen der Loveparade-Tragödie auf das Image der Stadt zu erforschen. Die damaligen Zahlen wurden mit den Ergebnissen der Interviews vom November und Dezember 2011 verglichen. Mit dem wenig erstaunlichen Ergebnis , dass Duisburg außerhalb seiner Stadtmauern vor allem als Ruhrgebietsstadt mit starkem industriellen Kern und dem größten Binnenhafen Europas wahrgenommen wird.

Die Wahrnehmung

Rapide gesunken ist der Zoo in der Wahrnehmung, obwohl die Besucherzahlen im letzten Jahr deutlich anstiegen. DMG-Chef Uwe Gerste führte das in Berlin darauf zurück, dass die beliebte Zoo-Serie „Ruhrpottschnauzen“ im ZDF nicht fortgesetzt wurde. Die Loveparade-Katastrophe, 2010 noch von 3,5 Prozent der Befragten genannt, kam ein Jahr später nur noch auf 1,5 Prozent, der Erinnerungswert der Kulturhauptstadt sank von 2,1 auf 0,9 Prozent. Und Tatort-Urgestein Schimanski wurde 2011 nur noch von 1,8 Prozent erwähnt. 2010 waren es noch drei Prozent.

Das ist Duisburg
Shoutbox 100 Dinge über Duisburg

DMG-Chef Uwe Gerste fühlt sich durch die Studie darin bestätigt, mit neuen Aktivitäten das Interesse an Duisburg zu befeuern. Schließlich halte der Glanz des Kulturhauptstadtjahres nicht ewig. Der 500. Geburtstag von Gerhard Mercator, der 100. des Theaters der Stadt mit der Open Air Gala der Philharmoniker am 8. September, Kanu-Weltcup und die World-Rowing-Masters als weltweit größte Ruderregatta ebenfalls im September – wie Perlen auf der Kette reihen sich die Events aneinander.

 

Rolf Kiesendahl


Kommentare
11.03.2012
11:31
Tourismus-Studie - Duisburg als Ziel im Revier
von gerste | #7

Einige Fakten zur Systematik der Untersuchung kann ich zur Beurteilung der Seriösität gerne nachliefern:
Befragt wurden 1000 Deutsche aus der Altersgruppe 14-74. In die vergleichende Betrachtung zur Vorerhebung aus 2010 wurden nur 818 Personen aus der Altersgruppe 16-64 einbezogen. Grund: Im Jahr 2010 wurde nur die Altersgruppe 16-64 Jahre gemessen. Auftragnehmer der Untersuchung war nicht ein "Unternehmensberater", sondern das renommierte Institut für Management und Tourismus an der FH-Westküste. Das Institut ist bundesweit führend bei diesen Untersuchungen und erhebt diese Daten auch für verschiedene Landes- oder Regionaltourismus-Organisationen, u.a. auch für die RUHR-TOURISMUS GmbH. Technisch wird von der GfK eine online-Erhebung (Quotenstichprobe) durchgeführt. Damit ist die Untersuchung repräsentativ, aussagekräftig und zur Voruntersuchung vergleichbar. Die Interpretation der Daten mag ja unterschiedlich gesehen werden, die ermittelten Zahlen sind wissenschaftlich belastbar.

1 Antwort
Tourismus-Studie - Duisburg als Ziel im Revier
von gerste | #7-1

Die wichtigsten Untersuchungsergebnisse und Charts der Voruntersuchung hat die DMG im Internet zugänglich gemacht.
http://www.rheinsicht.info/2011/08/wichtig-ist-eine-gute-kooperation-tourismusstudie-vorgestellt/
Mit der aktuellen Untersuchung werden wir dies ebenfalls machen und diese in unserem Unternehmensblog veröffentlichen.

10.03.2012
09:09
Tourismus-Studie - Duisburg als Ziel im Revier
von altid | #6

Eine schwierige Aufgabe: aus Schei... Gold machen.

10.03.2012
08:18
Tourismus-Studie - Duisburg als Ziel im Revier
von Melmoth | #5

Für die Traumzeit ist leider kein Geld...wäre doch auch gut für das Image der Stadt.

09.03.2012
23:48
Tourismus-Studie - Duisburg als Ziel im Revier
von Obyon | #4

PS. Ausserdem hat Duisburg-Marketing-Chef Uwe Gerste zum zweiten Mal eine Befragung zur „Spontanassoziation“ in Auftrag gegeben, die im Prinzip kaum ein anderes Ergebnis als das heutige präsentierte - pure Geldverbrennung:
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/wie-die-deutschen-nach-der-loveparade-ueber-duisburg-und-ob-sauerland-denken-id4398606.html

09.03.2012
23:36
Tourismus-Studie - Duisburg als Ziel im Revier
von Obyon | #3

@albertus
Mensch, so verpeilt kann doch niemand sein. Fakt ist, dass die DMG einen Unternehmensberater beauftragt der schöne Expertisen, bzw. maßgeschneiderte "Erfahrungs-und Stimmungsberichte" schreibt. Das kostet in der Regel sehr viel Geld. Mit A.S. setzen Sie ein gutes Beispiel. Ex-OB-Sauerland hat aus einer bestimmten Absicht heraus auch eine Expertise, bzw. ein Gutachten erstellen lassen, um Zusammenhänge gezielt in eine von IHM vorgegebene Richtung zu lenken. Das hat dem Duisburger Steuerzahler schlappe 460000 Euro gekostet und war nicht mal das Papier wert. Fakt ist, dass die Presse bundesweit darüber berichtete. Fakt ist, dass Herr Gerste ganz dicke mit Sauerland war und nun dürfen Sie drei Mal raten, warum die Studie von dem DMG-Unternehmensberater möglicherweise gerade so ausfällt. Naja, offenbar ist dafür noch genug Geld vorhanden - Kopfschütteln

09.03.2012
22:20
Laut Stegemann;Krings;Jäger und Co "Die Welt schaut auf diese Stadt "
von albertus28 | #2

"Bundesweit verblasst die Erinnerung an das Love-Parade-Unglück.Und das Verhalten von Ex-OB Sauerland samt Abwahlverfahren spielt in der nationalen Wahrnehmung keine Rolle."
Bis zum 12.02.2012 galt nach der veröffentlichten Meinung und den ständigen Hasstiraden Duisburg als geächtet und gemieden;angeblich wurden Urlauber beschimpft,bespuckt und bedauert,dass sie Bürger dieser Stadt waren bzw. sein mußten.Auf den Foren,z.B. der WAZ ,lieferten Kommentatoren wochenlang eindrucksvolle "Erfahrungs-und Stimmungsberichte" über das Bild Duisburgs in der weiten Welt ab.
Natürlich wurde dieses auch durch permantes Versorgen der Medien von interessierter Stelle mit Horrormeldungen über und gegen Sauerland befeuert.
Sauerland ist weg......und plötzlich liest man,was jeder wissen konnte,wenn er denn wollte. Die Fakten..

09.03.2012
15:29
818 Personen wurden nach ihren spontanen Assoziationen zu Duisburg befragt...
von woody41 | #1

Können 818 Personen tatsächlich ein bundesweites Ergebnis repräsentieren? Wer auch immer die Studie in Auftrag gegeben hat, hätte auch gleich das Geld aus dem Fenster werfen können.

2 Antworten
Tourismus-Studie - Duisburg als Ziel im Revier
von bluesun | #1-1

@ Woody
Beschäftigen sie sich mal näher mit Studien. 818 Personen sind durchaus repräsentativ. Zum Vergleich: Die Einschaltquoten in DE werden an nur 2000 Haushalten, in Österreich gar an 1500 Haushalten festgemacht.

Aber Hauptsache, sie schreiben den 1. Mopperkommentar!
Erst nachdenken, dann schreiben!

Vielen Dank für die Aufklärung.
von woody41 | #1-2

Ich wollte nicht moppern und ich habe über ihren Vergleich nachgedacht. Sie bestätigen eigentlich meinen Einwand, dass derlei Studien oder Gutachten ihr Geld nicht wert sind. Wer macht denn fest, was repräsentativ ist und was nicht? Ich denke jene die ihr Geld damit verdienen? Und natürlich der Kunde der dafür bezahlt. Wer sagte noch: "Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast." ?

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