Duisburg

Totes Baby „Mia“ in Duisburg: „Beutel“ bei der Leiche ist ein „Hamam-Handschuh“

Duisburg: Der Fall Mia - eine_Chronologie

Mitte November 2018 wird in Polen eine Babyleiche in einer Altkleidersortieranlage gefunden. Die Spur führt nach Duisburg. Noch immer ist unklar, wer die Mutter der kleinen "Mia" ist.

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Duisburg. Polizei und Staatsanwaltschaft Duisburg geben neue Details zum schrecklichen Fall "Mia" bekannt: Das Baby aus Duisburg war tot in einem Kleidercontainer gefunden worden.

Totes Baby "Mia" in Duisburg: Polizei hat neue Hinweise

Die Polizei hatte im Rahmen ihrer Ermittlungen ein Foto eines Gegenstands veröffentlicht, der einem Beutel ähnelt. Jetzt ist klar: Bei dem Beutel handelt es sich um einen sogenannten Hamam-Waschhandschuh.

+++ Totes Baby „Mia“: Dieser Beutel könnte Ermittler zur Mutter führen +++

Dieser soll hauptsächlich im türkischen, bulgarischen und marokkanischen Raum verwendet werden. Insgesamt haben über 40 Menschen bei den Ermittlern angerufen und Hinweise zu dem Bild gegeben.

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Die Staatsanwaltschaft und die Polizei danken der Bevölkerung für diese Tipps, heißt es in einer Mitteilung. Die Beamten haben bereits Kontakt zu Herstellern dieser Art Waschhandschuh aufgenommen, um Auskünfte über Liefer- und Vertriebswege zu erhalten.

Ermittler suchen Zeugen

Nach wie vor nach suchen die Ermittler nach der Mutter der kleinen "Mia". Wer eine Frau oder eine Jugendliche kennt, die vom Frühjahr bis Anfang November 2018 eine Schwangerschaft verleugnet hat, oder einen Fall kennt, bei dem nach einer Schwangerschaft ein Baby fehlt, wird gebeten, sich bei der Polizei unter der Nummer 0203 / 2800 zu melden.

Die Polizei betont in ihrer Mitteilung, dass Hinweise diskret behandelt werden können.

Baby Mia lag im Altkleider-Container

Am 17. November machten Mitarbeiter eines Altkleider-Transporters im polnischen Kielce eine schreckliche Entdeckung: Sie fanden im Container ein totes Baby. Ermittlungen ergaben, dass das Neugeborene zwischen dem 31. Oktober und dem 8. November in Duisburg abgelegt worden sein muss.

Die Polizei nannte das Baby fortan „Mia“. Die Obduktion ergab: Das Mädchen hat gelebt.

Duisburg: Polizei findet zweite Babyleiche

Bei der Suche nach der Mutter von Mia machten die Beamten dann eine zweite grausame Entdeckung: Bei der vermeintlichen Mutter, einer 35-Jährigen aus Duisburg-Rumeln, auf die sie durch Hinweise aus der Bevölkerung gestoßen waren, fanden sie eine zweite Babyleiche – ebenfalls ein Mädchen. Beweismaterial konnte sichergestellt werden, unter anderem blutige Bettlaken. Auch das zweite Baby soll gelebt haben.

Wie sich herausstellte, war die Mutter bereits in der Vergangenheit vom Jugendamt betreut worden, seit September habe schon die Vermutung bestanden, dass die Frau schwanger sein könnte, wie die Stadt in einer Stellungnahme erklärte. Die Duisburgerin wurde festgenommen, der zuständige Richter erließ Haftbefehl wegen Totschlags.

+++ Totes Baby „Mia“: Polizei bekommt neue Hinweise nach Veröffentlichung von diesem Foto +++

Die Ermittler vermuteten zunächst, dass es sich bei den beiden Neugeborenen um Zwillingsschwestern handeln könnte. Die 35-Jährige stritt ab, auch die Mutter von Mia zu sein. Wie ein DNA-Abgleich schließlich ergab, handelt es sich bei den toten Kindern tatsächlich nicht um Geschwister. Die Mutter von Baby Mia konnte noch immer nicht gefunden werden, die Beamten sind weiter auf der Suche. (pen)

 
 

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