Todesschütze von Duisburg-Beeck gesteht Mord aus Eifersucht

Bodo Malsch
Der Tatort an der Karl-Albert-Straße in Duisburg am Tag nach den tödlichen Schüssen vom 6. Februar 2012. Der 35-jährige Angeklagte hat die tödlichen Schüsse nun vor Gericht gestanden.
Der Tatort an der Karl-Albert-Straße in Duisburg am Tag nach den tödlichen Schüssen vom 6. Februar 2012. Der 35-jährige Angeklagte hat die tödlichen Schüsse nun vor Gericht gestanden.
Foto: WAZ FotoPool
Der 35-Jährige, der seinen Nachbarn am 6. Februar mit acht Schüssen getötet haben soll, hat die Tat gestanden. Er habe seinem Opfer die Schuld für eigene Eheprobleme und ein polizeiliches Wohnungsverbot gegeben. Vor dem Mord habe der 39-Jährige ihn dann frech angegrinst.

Duisburg. Mehrfach war im Mordprozess gegen einen 35-jährigen Beecker von der Verteidigung bereits eine Einlassung des Angeklagten angekündigt worden. Am Dienstag kam sie nun endlich. Das, was der Angeklagte über die tödlichen Schüsse an der Karl-Albert-Straße durch seinen Verteidiger als seine Worte vortragen ließ, war ein rückhaltloses Geständnis.

Der in Anatolien geborene und im Norden Duisburgs aufgewachsene Angeklagte berichtete von einem Leben in geordneten Bahnen. Als Rangier-Lokführer der Deutschen Bahn hatte er ein bescheidenes Einkommen gehabt, ein glückliches Leben mit Ehefrau und zwei Kindern geführt.

Doch nach 14 Jahren Ehe habe seine Frau ihn 2011 zunehmend kühler behandelt. „Ich habe zunächst gedacht, das sei, weil sie mich für einen Verkehrsunfall verantwortlich machte, bei dem ihre Mutter schwer verletzt worden war.“

Mordopfer und Frau des Täter stritten Affäre ab

Doch bald habe sich ihm eine andere Befürchtung aufgedrängt: „Ich war überzeugt davon, dass sie etwas mit dem Nachbarn angefangen hatte.“ Irgendwann habe er auch verdächtiger SMS mitbekommen und seine Frau und den Nachbarn (39) bei einem Treffen überrascht. Beide stritten eine Affäre energisch ab. Es habe Streit deshalb gegeben. „Ich habe sie verletzt.“

Resultat: Ihm wurde von der Polizei für zehn Tage der Zutritt zur eheliche Wohnung verwehrt. Seine Frau nahm Zuflucht in einem Frauenhaus, zog kurz danach mit den Kindern weg. „Ich durfte sie nicht mehr sehen.“ Er habe dem Nachbarn für alles die Schuld und ihm immer wieder den Tod angedroht, so der Angeklagte. „Mir wurde alles weggenommen, wofür ich gelebt und gearbeitet habe.“

Immer wieder auf den Nachbarn geschossen

Als er den Mann am Tattag zufällig vor seinem Wohnhaus sah und der ihn frech angegrinst habe, habe er eine Waffe aus dem Auto genommen und immer wieder auf den Mann geschossen. „Auch, als er schon tot am Boden lag.“ Dann habe er sich widerstandslos festnehmen lassen.

Nachfragen will der Angeklagte erst bei einem der weiteren Verhandlungstage beantworten. Die Kammer hat bis Mitte Dezember drei weitere Termine bestimmt. In der Zwischenzeit soll der 35-Jährige nun auch psychiatrisch begutachtet werden. Bislang hatte er eine Untersuchung verweigert