Tierschützer sollen Welpen-Käufer bei Zoo Zajac beschimpft haben

Obwohl ihn Tierschützer heftig kritisieren, meldet Tierhändler Norbert Zajac nach dem Start des Welpenverkaufs in seinem Zoofachgeschäft in Duisburg einen Besucherrekord. Den Demonstranten vor seinem Geschäft wirft er vor, Hunde-Käufer „aufs Übelste beschimpft zu haben“. Foto: Matthias Graben / WAZ FotoPool
Obwohl ihn Tierschützer heftig kritisieren, meldet Tierhändler Norbert Zajac nach dem Start des Welpenverkaufs in seinem Zoofachgeschäft in Duisburg einen Besucherrekord. Den Demonstranten vor seinem Geschäft wirft er vor, Hunde-Käufer „aufs Übelste beschimpft zu haben“. Foto: Matthias Graben / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Die „Initiative gegen Welpen-Discount“ will am heutigen Montag mit der bislang größten Demo verhindern, dass Menschen Hunde bei Zoo Zajac kaufen. Tierhändler Zajac berichtet, Aktivisten hätten Kunden „aufs Übelste beschimpft“. Acht Welpen hat er bislang verkauft – und zwei Interessierten einen Korb gegeben.

Duisburg.. Nach dem Welpen-Verkaufsstart ist vor der nächsten Demonstration: Seit Freitagmorgen hat Tierhändler Norbert Zajac acht junge Hunde verkauft. An Alltagsgeschäft aber ist in der offiziell größten Tierhandlung der Welt noch lange nicht zu denken: Heute planen die Zoo-Zajac-Gegner ihre bislang größte Demonstration. Veranstalter Massimo Zerbo reist zu seiner sechsten Demo in Duisburg wieder aus Stuttgart an und rechnet ab 15.30 Uhr mit „100 bis 150 Unterstützern“. Neben der „Initiative gegen Welpen-Discount“ werden vor dem Zoofachgeschäft in Duisburg-Neumühl auch der Deutsche Tierschutzbund protestieren (ab 13 Uhr) und Peta Stimmung gegen Hundehandel in Zoofachgeschäften machen.

Rekordbesuch am Samstag

Norbert Zajac ficht das freilich nicht an. Schon gar nicht nach diesem Wochenende: „Wir hatten am Samstag mehr als 10.000 Besucher im Geschäft, so voll war der Laden noch nie. Das war wie damals bei Eisbär Knut, nur haben sich die Leute jetzt die Welpen angeschaut.“ Nachdem der erste Kunde, der sich einen kleinen Dackel bei Zajac gekauft hat, am Freitag noch vier Stunden lang Interviews geben musste, hatten sieben weitere Herr- und Frauchen am Tag darauf mehr Ruhe. Zwei Interessenten, so Zajac, hätten seine Verkaufsberater allerdings einen Korb geben müssen: Eine Seniorin und eine auf kleinem Wohnraum mit mehreren Kleinkindern lebende Familie wollten demnach einen Australien Shepherd kaufen. „Aber diese Hütehunde sind kleine Wirbelwinde und brauchen viel Auslauf“, erklärt der Unternehmer des Jahres 2010. „Sie müssen beschäftigt und in Bewegung gehalten werden. Diese Kunden hätten das nach Einschätzung unserer Hundetrainer nicht leisten können.“

Auf seine energischen Gegner angesprochen, hatte Norbert Zajac bislang immer abgewunken und mit Argumenten gekontert. Nach „neuen, schlechten Erfahrungen“ vom Wochenende aber geht er verbal in die Offensive: Am Samstag sollen „vermeintliche Tierschützer“ Zajac-Kunden „aufs Übelste und massiv beschimpft haben, weil sie bei uns einen Hund gekauft hat“. Darum schirme er sein Gelände auch mit einem Sichtschutz, mit Bauzaun und schwarzer Plane, ab: „Wenn der Staat unsere Kunden nicht schützt, müssen wir das tun.“

Zajac unterstellt Gegnern „wirtschaftliche Interessen“

Die „Aggressivität dieser Leute“ erklärt der Tierhändler mit „deren wirtschaftlichen Interessen“: Die Organisationen der Demonstranten verdienen nach Zajacs Darstellung“ „Geld, indem sie Straßenhunde aus dem Mittelmeerraum importieren und in Deutschland verkaufen.“ Was ihm gegenüber einige der Aktivisten zugegeben hätten: „dass sie Angst haben, ihre Hunde demnächst nicht mehr verkaufen zu können, wenn bald mehr Zoofachgeschäfte Hunde verkaufen.“

Massimo Zerbo will heute trotzdem nochmal das Gespräch mit dem Tabu-Brecher Zajac suchen, „um ihn von diesem Wahnsinn abzubringen“. Zajac will davon nichts wissen, gibt sich aber gesprächsbereit: „Wer vernünftige Fragen stellt, bekommt vernünftige Antworten.“ Sagt’s und liefert eine Antwort. Die auf die Frage, wann genau denn nun seine Welpen von ihren Müttern getrennt wurden (Zerbo kritisiert: „nach vier, fünf Wochen“): In der Regel würden deutsche Züchter die Welpen ab der achten Wochen vom Muttertier trennen, „wir machen es aber erst nach der vollendeten neunten Lebenswoche“. Die Dackel seien beim Verkaufsstart neun bis zehn, die australischen Hütehunde genau wie seine Labradoodles elf Wochen alt gewesen.

Massimo Zerbo wird das nicht überzeugen: Er will heute mit Vertretern des Deutschen Tierschutzbundes beraten, wie sie das einsetzen, was ehemalige Zajac-Mitarbeiter und Kunden über den angeblich „absichtlichen Verkauf kranker Tiere“ zu Protokoll gegeben haben.

 
 

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