Thyssen-Krupp reißt Hochofen 4 in Bruckhausen ab

Blick auf den Hochofen 4 von der Dieselstraße in Bruckhausen. Der Blick wird bald ein Ende haben, wenn der Hochofen abgerissen wird.
Blick auf den Hochofen 4 von der Dieselstraße in Bruckhausen. Der Blick wird bald ein Ende haben, wenn der Hochofen abgerissen wird.
Foto: waz
Der Hochofen 4 von Thyssen-Krupp, der noch bis Mai 2008 eine feste Größe in der Stahlproduktion war, wird abgerissen. Die Abrissarbeiten haben bereits begonnen. Das Stahlunternehmen hat rund 250 Mio. Euro in den Hochofen 8 investiert, der inzwischen in Betrieb genommen wurde.

Duisburg.. Unter den deutschen Hochöfen ist er wahrscheinlich der meisten fotografierte und gefilmte – dennoch sind seine Tage gezählt: Der Hochofen 4 von Thyssen-Krupp in Bruckhausen wird abgerissen, die Arbeiten haben bereits begonnen.

Der Blick aus der Dieselstraße über die Kaiser-Wilhelm-Straße auf den stählernen Koloss war in Medien aller Art über Jahrzehnte liebgewonnenes Klischee-Bild von der Verquickung von Wohnen und Arbeiten im Ruhrgebiet, von Wohnstraßen im Schatten der Schwerindustrie und mit den für Bruckhausen typischen Häuserfronten auch für den oft zitierten Niedergang der Industrieregion.

Feste Größe in der Stahlproduktion

Bis Mai 2008 war der Hochofen 4 noch eine feste Größe in der Stahlproduktion bei Thyssen-Krupp Steel. Inzwischen ist mit dem Hochofen 8 (der mit der glutroten Verkleidung) ein hochmodernes Aggregat in Betrieb genommen worden, in das Deutschlands größtes Stahlunternehmen rund 250 Mio Euro investiert hat. Daneben steht soeben der für 37 Mio Euro runderneuerte Hochofen 9, der konjunkturflautenbedingt noch aufs erneute Anblasen, also die Inbetriebnahme wartet.

Des Weiteren verfügt Thyssen-Krupp Steel in Schwelgern noch über die beiden Großhochöfen, so dass die Roheisenversorgung auch in wirtschaftlich besseren Zeiten gesichert ist.

7500 Stahlschrott

Innerhalb der nächsten zwölf Monate wird der 80 Meter hohe Hochofen-Oldtimer jetzt demontiert und sorgfältig sortiert in Stoffe für die Deponie und in Wertstoffe wie Kupfer und Stahl. Unternehmenssprecher Erik Walner: „Da stecken etwa 7500 Tonnen Stahlschrott drin.“

In den letzten Jahren waren bereits in Ruhrort (Mittal) und in Rheinhausen (Krupp) Hochöfen verschrottet worden.

 
 

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