Theater am Marientor wird verkauft

Das Theater am Marientor wird verkauft. Foto: Friedhelm Geinowski
Das Theater am Marientor wird verkauft. Foto: Friedhelm Geinowski
Foto: NRZ

Duisburg. Für rund vier Millionen Euro wird das Theater am Marientor in Duisburg verkauft. Der Aufsichtsrat der Duisburger Bauverwaltung stimmte dem Vertrag zu. Die Musical-Produktion „Braveheart“ soll im Theater am Marientor etabliert werden.

Das Theater am Marientor wird verkauft. Das beschloss nach Informationen der NRZ am Donnerstagabend der Aufsichtsrat der Duisburger Bauverwaltung (DBV), einer Tochtergesellschaft der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gebag, der das Theater gehört.

Die Käufer sind in Duisburg keine Unbekannten. Hans-Peter Fritsch und seine Wohn- und Gewerbeimmobilien Sachen (WOGISA) wollen 3,2 Millionen Euro für Grundstück und Gebäude auf den Tisch blättern. Weitere 300 000 Euro wollen Wolfgang DeMarco und seine neue Firma Schroedermar sofort zahlen, 2012 und 2013 sollen jeweils noch einmal 250 000 Euro fällig werden, die DeMarco aus Eintrittsgeldern finanzieren möchte. Macht vier Millionen Euro für die DBV.

Verhandlungen seit 2008

Beide Investoren stehen schon seit Anfang 2008 mit der DBV in Verhandlungen. Zwischenzeitlich hagelte es Kritik der Investoren am DMG-Geschäftsführer Uwe Gerste, der, so die Investoren damals, mehr Interesse an einer Vermarktung des Theaters als an einem Verkauf gehabt haben sollte. Nun soll der Schlussstrich gezogen werden. Den Ratsbeschluss, das Theater am Marientor zu verkaufen, gibt es bereits seit 2007. Im April 2008 hatte der Rat einen Verkauf an die Kölner Firma AWC abgelehnt, weil nur 880 000 Euro geflossen wären.

Zwar hat die DBV als Besitzerin nie Verluste mit dem Theater eingefahren, das Immobilienmanagement Duisburg (IMD) als Mieterin allerdings dürfte froh sein, ihre Zahlungen einstellen zu können, zumal ein Gutachten zu dem Schluss gekommen ist, dass das TAM, das 1995 gebaut wurde, im Laufe der nächsten Jahre für einen höheren Betrag renoviert werden müsste. Die Duisburg Marketing (DMG), die für die Vermarktung des TAM sorgt, hat das Gebäude nur bis 2011 an verschiedene Veranstalter vermietet.

Auferstehung als Musicalbühne

Einen Haken soll der Verkauf dem Vernehmen nach haben. Nach NRZ-Informationen sieht der Kaufvertrag vor, dass der gesamte Vertrag rückabgewickelt wird, sollte ein Vertragsbestandteil nicht erfüllt werden. Das allerdings könnte schwierig werden, denn die DBV will die 3,2 Millionen Euro von der WOGISA sofort zur Kredittilgung verwenden. Eine Rückabwicklung könnte die DBV dann nicht mehr leisten.

DeMarco, der für das Bespielen des Theaters zuständig ist, hatte schon immer betont, dass das TAM als Musicalbühne wieder auferstehen soll. Sein Konzept, dass er nach Informationen der NRZ dem Aufsichtsrat vor einigen Wochen vorgestellt hatte, sieht vor, die Produktion „Braveheart“ in Duisburg zu etablieren. Diesen Plan hatte DeMarco bereits 2007. Zu diesem Zeitpunkt sollte das besagte Musical in Bremen welturaufgeführt werden. Der Plan scheiterte damals aus finanziellen Gründen.

 
 

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